Flemming: Europaparlament unterstützt österreichische Lösung der Lohnfortzahlung bei Pflegeurlaub

Flemming setzt österreichische Standards durch

Straßburg/Wien, 15. Januar 2002 (ÖVP-PK) "Ich bin sehr stolz darauf, dass die österreichische Lösung des Anspruches auf Lohnfortzahlung für eine Woche Pflegeurlaub für einen erkrankten Angehörigen vom Gesundheitsausschuss einstimmig angenommen wurde und nun im Plenum zur Abstimmung steht", sagte heute die ÖVP-Europaparlamentarierin Dr. Marilies Flemming. Mit diesem Vorschlag bestünde ein Anspruch auf Lohnfortzahlung bis zum Höchstmass der regelmäßigen Arbeitszeit innerhalb eines Arbeitsjahres, wenn der Arbeitnehmer nach Antritt des Arbeitsverhältnisses an der Arbeitsleistung wegen der notwendigen Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden erkrankten nahen Angehörigen nachweislich verhindert ist. "Wenn diese Lösung vom Plenum angenommen wird, würde dies einen großen Erfolg für eine bedeutende familien- und sozialpolitische Errungenschaft Österreichs in Europa darstellen", betonte Flemming. ****

Das Europäische Parlament befasst sich heute in Strassburg mit einem Bericht über die Herausforderungen an die Altenpflege in Europa. Dabei werden Zugänglichkeit, Qualität und langfristige Finanzierbarkeit als die wichtigsten Probleme gesehen. "In Zukunft werden immer mehr Menschen die Chance haben, nicht 'vor der Zeit' sterben zu müssen, sondern ihr genetisch vorgegebenes Alter auch erreichen zu können", sagte Flemming. Noch nie zuvor in der Geschichte hätten so viele Menschen in Europa gelebt wie heute und noch nie zuvor hätten sie so lange leben können. Noch vor 150 Jahren lag das durchschnittliche Lebensalter bei 40 Jahren, heute liegt es bei 80 Jahren. Ein Mädchen, das heute geboren wird, hat die Chance, 100 Jahre alt zu werden. "Es ist notwendig, sich diese Zahlen bewusst zu machen, um die dümmlichen Klagen über die 'Überalterung Europas' zurückweisen zu können", unterstrich Flemming.

Trotz und wegen der höheren Lebenserwartung werde in der EU jedoch mehr Pflegepersonal benötigt, wenn immer mehr Menschen auf dem Kontinent Europa leben und auch lange leben dürfen. Flemming hatte daher im Gesundheitsausschuss eine Reihe von Anträgen eingebracht, die allesamt angenommen wurden. "Besonders wichtig ist die Zustimmung des Ausschusses zu einer adäquaten Bezahlung für qualifizierte Pflegekräfte, um diesen Arbeitssektor entsprechend entwickeln zu können" sagte Flemming, die sich allerdings vehement dagegen aussprach, qualifiziertes Personal aus Ländern der dritten Welt nach Europa zu holen. "Gerade qualifizierte Arbeitskräfte sind in vielen Ländern rar und werden dort dringend gebraucht. Die Einstellung und Ausbildung von Personal aus Drittländern kann für die EU eine vorübergehende Lösung darstellen. Langfristig muss Europa aber danach streben, eine Selbstversorgung beim Pflegepersonal zu erreichen", betonte Flemming abschließend.

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