Kuntzl: Verpflichtende Deutschkurse sind "Vorschriften ohne Angebot" - ernst gemeinte Integration sieht anders aus

Wien (SK) SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl sieht die Kritik der SPÖ, aber auch der Volkshochschulen und verschiedener Sprachexperten im aktuellen Chaos rund um die von der schwarz-blauen Regierung eingeführten verpflichtenden Deutschkurse für Zuwanderer bestätigt. Diese Regierung habe es bis jetzt verabsäumt, das entsprechende Angebot an Sprachkursen bereitzustellen. Mit den verpflichtenden Deutschkursen sei es ganz augenscheinlich nur um Vorschriften gegangen: "Klare Antworten hat diese Regierung nur dort, wo es um Zwang und Strafe geht. Um die Durchführbarkeit hat sich die Regierung keine Gedanken gemacht", sagte Kuntzl am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Statt tatsächlich integrationsfördernde Maßnahmen zu setzen, habe sich Schwarz-Blau auf eine Scheindebatte um verpflichtende Deutschkurse beschränkt und dabei verschwiegen, dass Zuwanderer Deutsch lernen wollen. Wäre es der Regierung tatsächlich um Integration gegangen, hätte sie auf die erfolgreiche Sprachoffensive der Stadt Wien zurückgegriffen. Dieses auf Freiwilligkeit beruhende Konzept erfreue sich äußerster Beliebtheit unter den Zuwanderern.

Wieder stelle sich die Frage, ob eine Person, die seit fast fünf Jahren unbescholten in Österreich lebt, hier einer Arbeit nachgeht und keinen Deutschkurs-Platz bekomme, ausgewiesen wird. Darüber habe sich die Regierung offensichtlich ebenso wenig den Kopf zerbrochen wie über die Frage, wie jemand in 100 Stunden eine Sprache erlernen soll. "Klar definiert sind hingegen die Sanktionen bis hin zur Ausweisung", kritisierte Kuntzl abschließend. (Schluss) se

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