Grünewald: Ruf nach Schließung kleiner Spitäler ist konzeptlos

Grüne für Umwidmung von Betten - Föderalismus oft Hemmschuh

OTS (Wien) - "Selbstbehalte für PatientInnen sind gesundheitspolitisch wie sozial ebenso fragwürdig wie der unkommentierte Ruf nach Schließung kleinerer Spitäler", erklärt heute der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. Ähnlich kurz greife die Debatte um die teuren Akutbetten. Zweifellos liegt deren Zahl etwa 30 Prozent über dem europäischen Mittelwert, der allerdings durch Staaten wie Portugal, Spanien, Griechenland, Großbritannien gedrückt werde. Unberücksichtigt bleibe dabei auch die Versorgungsdichte und Qualität im niedergelassenen Bereich, der bei einer Bettenreduktion erst einmal diese PatientInnen versorgen müsse, was zweifellos nicht gratis sein werde.

"Regionale Profilbildungen und Schwerpunktsetzungen zwischen den einzelnen Krankenanstalten sind im Sinne einer Qualitätssteigerung und Risikominimierung sinnvoll und zu begrüßen", führt Grünewald aus, und weiter: "Kluge Umwidmungen von Akutbetten in Betten für chronisch Kranke und alte Menschen, für Rehabilitation und Psychosomatik können lokale Ängste vor Schließungen reduzieren und hätten mittelfristig eine hohe Wertschöpfung." Daher müssten zentrale Planungen und Anreizsysteme an Stellenwert gewinnen. Leider erweise sich gerade hier ein überzogener Föderalismus oft als Hemmschuh.

"Neun unterschiedliche Landesgesetzgebungen und dazu noch ein Bundeskrankenanstaltengesetz entpuppen sich als Fleckerlteppich und sind in einer Achtmillionen-Republik auch unter dem Gesichtpunkt der Ökonomie, Rechtssicherheit und Gleichheit der BürgerInnen vor dem Gesetz kontraproduktiv", so Grünewald.

"Weiße Flecken in der Landkarte fachärztlicher Versorgung werden praktisch ignoriert. Übereilte kosmetische Reformen auf Zuruf bleiben Stückwerk, solange nicht tiefschürfendes Nachdenken mehr zählt als flotte Sprüche und eilig ausgerufene so genannte Reformen", schließt Grünewald.

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