SP-Muttonen: Schlechte Zeiten für Kärntner Medienvielfalt?

Wien (SK) Weiterhin schlechte Zeiten für die Kärntner mehrsprachigen Radios sieht SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen: "Ohne rasches Umdenken in der Medienpolitik der Bundesregierung ist ein massiver Rückschritt der Medienvielfalt in Kärnten zu erwarten", zeigt sich Muttonen besorgt. Die Abwärtsentwicklung habe mit Subventionskürzungen und dem endgültigen Herausfallen der Freien Radios aus der Bundesförderung begonnen. Die finanzielle Verantwortung für die Erhaltung der Minderheitensender in Kärnten sei an den ORF delegiert worden; das Aus für Radio Dva als Gemeinschaftsprojekt von Radio Agora, Radio Korotan und ORF mit Ende 2002 sei nur mehr eine logische Konsequenz dieser Fehlentscheidungen. ****

"In diese Sackgasse hat sich die blau-schwarze Bundesregierung sehenden Auges hineinmanövriert. Wenn Bundeskanzler Schüssel das Bekenntnis zur Förderung der Volksgruppen tatsächlich ernst nimmt, müsste er die Förderung der Minderheitenradios wiederaufnehmen. Die Finanzierung von mehrsprachigen Minderheitenradios würde die qualitativ hochwertige und vielfältige mediale Versorgung der Bevölkerung im Hörfunkbereich sicherstellen", sagte Muttonen am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Konkret für Kärnten fordert die SPÖ-Kultursprecherin eine langfristige und gleichberechtigte Basisfinanzierung für Radio Agora als zwei- und mehrsprachiges freies Radio und der Radio Dva GesmbH, damit die slowenischen Sendungen im ORF-Lokalprogramm Radio Kärnten beibehalten werden können. "Dies kann allerdings nur ein erster Schritt sein - vielmehr muss die Ausweitung der Medienvielfalt für die Mehrheitsbevölkerung und die slowenische Volksgruppe als mittelfristiges Ziel angepeilt werden. Eine mehrsprachige Medienlandschaft ist für Österreich unerlässlich - denn auch Mehrsprachigkeit trägt zur kulturellen Vielfalt ganz wesentlich bei. Minderheitensprachen müssen ihren festen Platz in der Öffentlichkeit und damit auch in den Medien haben", führte Muttonen aus.

Als wichtige Forderung führt sie abschließend die Entkoppelung der Radio- bzw. Medienfrage von der Ortstafelfrage an: "Es ist eine unerträgliche Situation, dass in einem demokratischen Staat auch nur ansatzweise versucht wird, die Frage der Existenz von Medien als Faustpfand mit völlig anderen Bereichen zu junktimieren". (Schluss) wf/mp

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0003