ÖH: Knock-Out-Prüfungen als endgültiger Todesstoß für freien Hochschulzugang

Vorgehensweise der WU als Vorbote des neuen UG

Wien (OTS) - Die Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) unterstützt die HochschülerInnenschaft an der Wiener Wirtschaftsuniversität nachdrücklich in ihrem Protest gegen die drohende Einführung von Knock-Out-Prüfungen. Die Tatsache, dass der freie Hochschulzugang nun endgültig aufgehoben werden soll sowie die Vorgehensweise der Universitätsleitung bei der Planung der Einführung von Knock-Out-Prüfungen sieht die ÖH als Vorbote des neuen UG 2002, in dessen Rahmen die Mitbestimmungsrechte der Studierenden weiter eingeschränkt werden.

ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz sieht durch die geplante Einführung der Knock-Out-Prüfungen an der WU den freien Hochschulzugang massiv gefährdet: "Nachdem bereits durch die Einführung von Studiengebühren zehntausende Studierende von der Universität verdrängt wurden, startet jetzt die Wirtschaftsuniversität den nächsten Versuch, den Hochschulzugang einzuschränken. Die geplanten Knock-Out-Prüfungen wenige Monate nach Studienbeginn sind keine adäquate Leistungsbeurteilung, sondern ein Willkürakt." Mautz weist auf eine Erhebung an der WU hin, die zeigt, dass nach dem geplanten Modus 88 Prozent der Wirtschaftsstudierenden die Prüfung nicht bestehen würden und ihr Studium nicht fortsetzen könnten. "Woher sollen in Zukunft Absolventinnen und Absolventen wirtschaftlicher Studienrichtungen kommen, die dringend gebraucht werden?", so Mautz.

Anita Weinberger, zweite Frau im ÖH-Vorsitzteam, erkennt in der nächste Woche anstehenden Entscheidung über die Einführung der Prüfungen einen gefährlichen Vorboten des Universitätsgesetzes 2002:
"In den Verhandlungen rund um das UG hat die ÖH immer darauf gedrängt, Knock-Out-Prüfungen per Gesetz zu untersagen. Geschehen ist es nicht. Die Universitäten scheinen ihre anstehende Autonomie nun vorrangig für derartige Aktivitäten zu nutzen." Weinberger weist darüber hinaus auf die mangelnde Informationspolitik der WU-Leitung hin: "Weder die HochschülerInnenschaft an der WU, noch die Bundes-ÖH ist offiziell von derartigen Plänen informiert wurden. Es zeugt bereits jetzt von mangelnder Einbindung der Studierenden, wenn wir über die geplante Einführung von Knock-Out-Prüfungen aus der Zeitung erfahren."

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