GPA-Frauen: Frauen durch Selbstbehalte übermäßig stark betroffen

Selbstbehalte würden Verteilungsproblematik zusätzlich verschärfen

Wien (ÖGB/GPA). Die von der ÖVP geforderte Einführung allgemeiner Selbstbehalte in der Krankenversicherung würden vor allem für Frauen zusätzliche Härten bedeuten, so die Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Erika Helscher. Im Hinblick auf die Kluft zwischen männlichen und weiblichen Einkommen würden Frauen durch eine derartige "Kopfsteuer für Kranke" im Verhältnis deutlich stärker zur Kasse gebeten als Männer.++++

Frauen verdienten durchschnittlich um 31 Prozent weniger als Männer und seien tendenziell in niedrigeren bis mittleren Gehaltsstufen angesiedelt. Dazu komme die Tatsache, dass 400.000 Frauen keinen eigenen Pensionsanspruch hätten bzw. die Eigenpensionen von Frauen im Durchschnitt nur halb so hoch wie jene von Männern sei. "Wenn man/frau bedenkt, dass besonders ältere Frauen ärztliche Hilfe häufig in Anspruch nehmen müssen, dann ist klar für wen sich das Vorhaben der ÖVP besonders verheerend auswirken würde", sieht Helscher Risiken vor allem hinsichtlich präventiver medizinischer Versorgung vorgezeichnet.

Auch durch mögliche Ausnahmebestimmungen für sozial Schwächere und chronisch Kranke ließen sich Selbstbehalte aus der Sicht der GPA-Frauenvorsitzenden nicht rechtfertigen: "Das Chaos rund um die Ambulanzgebühren hat hier bereits eindringlich das Gegenteil bewiesen. Während es zu einem enormen administrativen Aufwand und unsozialen Mehrbelastungen für Kranke gekommen ist, sind die angekündigten Lenkungseffekte völlig ausgeblieben".

"Eine nachhaltige finanzielle Absicherung des Gesundheitssystems könne nur durch solidarische Konzepte erreicht werden und nicht, indem die UnternehmerInnenseite zunehmend aus ihrer Verantwortung zur Mitfinanzierung entlassen wird", so Helscher, die in diesem Zusammenhang insbesondere eine Miteinbeziehung wertschöpfungsorientierter Elemente bei der Finanzierung der Krankenkassen unterstreicht.

ÖGB, 14. Jänner 2003
Nr. 018

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