"Neues Volksblatt" Kommentar: "Kurios" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 14. Jänner 2003

Linz (OTS) - In der SPÖ kämpft Alfred Gusenbauer gegen eine massive "Oppositionsfront" in den eigenen Reihen, in der FPÖ sieht es nicht anders aus: Sozialminister Herbert Haupt hat natürlich Recht, wenn er die nunmehrige Gründung eines Vereins der Freunde Jörg Haiders als "kurios" bezeichnet. Ganz so lässig kann dieses Abtun aber doch nicht erfolgen. Schließlich spielt sich dieses Kuriositätentheater – rund um einen "Bin schon weg und wieder da"-Kasperliaden nahe stehenden Vereinszweck - innerhalb jener Partei ab, der Haupt formell als Chef vorsteht. Haupts gegenteilige Beteuerungen können daher nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Vereinsgründung um Ewald Stadler & Co. ebensosehr einen Querschuss gegen eine Regierungsbeteiligung der FPÖ wie auch gegen den amtierenden Parteichef, eben Haupt, darstellt. Die Botschaft: Wenn sich der Kärntner Alt-Chef nun auch nach außen in Zurückhaltung übt, seine Epigonen sorgen schon dafür, dass er in der FPÖ präsent bleibt – was beim potenziellen Koalitionspartner ÖVP zwangsläufig Erinnerungen an "Knittelfeld" wachrütteln muss. Dass NR-Präsident Thomas Prinzhorn darüber hinaus zurzeit kaum eine Gelegenheit auslässt, Haupts Chefsessel aus dem Gleichgewicht zu bringen, passt da nur zu gut dazu. Stabilität sieht anders aus.

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