BÖHMDORFER: Haider-Fanclub überflüssig

Ein Verein der Freunde von Jörg Haider ist für mich - als alter Freund des
Kärntner Landeshauptmannes überflüssig. Ich brauche meine Freundschaft und
Loyalität nicht amtlich - mittels Vereinsstatut bestätigen lassen. Jörg
Haider ist der erfolgreichste Landeshauptmann Österreichs - er steht mit
beiden Beinen fest in der Kärntner Politik und braucht daher keinen "Fan Club".

"Freundschaftsbeweise per Vereinsstatuten" in dieser Form sind wohl mehr geeignet, Schaden als Nutzen für Jörg Haider herbeizuführen. Der vordringlichste Wunsch des Jörg Haider ist derzeit die Konsolidierung der Partei und die Schaffung eines klaren Bildes über ihre kurz-, mittel- und langfristigen Zielsetzungen. Die Einbunkerung auf die Situation des Jahres 1986, als die Partei demoskopisch - damals von Norbert Steger geführt - nahezu nicht mehr erfasst war, entbehrt zweifellos der Logik. Mittlerweile hat die FPÖ gezeigt, dass sie unter der Voraussetzung eines einheitlichen Erscheinungsbildes in der Lage ist, für breite Wählerschichten attraktiv zu sein. Sie ist auch der wesentliche Reformmotor der Regierung in der zu Ende gehenden Gesetzesperiode gewesen, letztlich aber an ihrem Ehrgeiz gescheitert auch vermeintlich oder unmögliches möglich zu machen. Jörg Haider leidet zweifellos an der Art und Weise, wie diese Regierungsbeteiligung zu Ende ging und kann es bei vernünftiger Betrachtung aller Umstände nicht gutheißen, dass die Zerreißprobe der FPÖ verlängert oder gar noch mehr angespannt wird.

Alle die ihre Freundschaft zu Jörg Haider bekunden wollen, müssen deshalb primär Sorge treffen, dass an einem Strang gezogen wird. Die Verkündung von Dogmen ist Sache von Religionsgesellschaften, politische Parteien haben die Aufgabe, dynamisch die gesellschaftliche Entwicklung zu verfolgen und für ihre Zielsetzung aus dem Gesichtswinkel der jeweiligen Position unter Berücksichtigung des Wählervotums das Beste zu machen. Ein Verein, der die Spaltung der FPÖ zweifellos mehr fördert als verhindert, ist zweifellos nicht das, was die FPÖ jetzt brauchen kann. Es wäre besser, dass sich alle positiven Kräfte in die Diskussion um die zukünftige Gestaltung der FPÖ einbringen. Jeder, der sich bisher diesbezüglich ohne Polemik und mit erkennbar gutem Willen gemeldet hat, wurde berücksichtigt und wird in Zukunft auch noch eingebunden. Dies ist der erklärte Wille des Bundesparteiobmanns BM Mag. Herbert Haupt.

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