AK-Umfrage: Psychische Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu Gegenmaßnahmen auf betrieblicher Ebene dringend notwendig

Linz (OTS) - Fast ein Drittel der oberösterreichischen Beschäftigten sieht das Privat- und Familienleben durch die Arbeit belastet. 29 Prozent klagen über seelische Beschwerden. Das hat eine von der Arbeiterkammer Oberösterreich in Auftrag gegebene Umfrage unter 1300 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ergeben.

37 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Arbeit körperliche Beschwerden hervorruft. Besonders alarmierend ist aber die Zunahme seelischer Beschwerden. Ein Drittel der oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer klagt über Schlafstörungen, 30 Prozent leiden unter Erschöpfungszuständen. Bei einem Viertel der Befragten ruft die Arbeitssituation Nervosität und häufige Kopfschmerzen hervor.

"Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leiden unter psychosomatischen Störungen", fasst AK-Vizepräsident Heinz Hillinger die Ergebnisse zusammen. "Das ist auch ein enormer Schaden für die Wirtschaft. Wenn jemand unter häufigen Erschöpfungszuständen oder Schlafstörungen leidet, dann leidet über kurz oder lang auch die Qualität der Arbeit. Das führt letztlich zu Erkrankung und Arbeitsausfall".

Um welche Größenordnungen es sich dabei handeln kann, zeigt etwa Eberhart Ulich vom Institut für Arbeitspsychologie in Zürich: Er schätzt die Kosten durch Fehlzeiten auf Grund psychischer Erkrankungen alleine in Deutschland auf etwa 2,5 Milliarden Euro. Auf der morgigen Tagung der Arbeiterkammer zum Thema "Arbeitslust und Arbeitsfrust - Psychische Gesundheit und Arbeitsgestaltung" wird Ulich mögliche Gegenmaßnahmen anführen: größere Tätigkeitsspielräume für die Mitarbeiter, Anforderungen an eigenständiges Denken, Planen und Entscheiden, Möglichkeiten der Kommunikation und Kooperation.

Seit 1. Jänner 2002 ist eine Novelle zum Arbeitnehmerschutzgesetz in Kraft, welche die neuen Entwicklungen in der Arbeitswelt berücksichtigen soll. Bisher standen körperliche Belastungen und die Unfallverhütung im Zentrum der Schutzbestimmungen. Nun ist die Bekämpfung psychischer Belastungen dazu gekommen.

Die Umsetzung der neuen Bestimmungen ist aber noch unklar. "Es fehlt an Verständnis, Instrumenten und Strukturen in den Betrieben", beschreibt Erich Gupfinger, Arbeitnehmerschutz-Experte der Arbeiterkammer Oberösterreich, das Problem. Die Tagung Arbeitslust und Arbeitsfrust (14. Jänner, Kulturzentrum Hörsching, ab 9 Uhr, Eröffnung durch AK-Vize Hillinger) soll eine Diskussion darüber in Gang setzen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

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