PPV Industrie wuchs im Jahr 2002 um 2.5%

Unterschiedliche Branchenentwicklung - annähernd stabile Beschäftigungslage

Wien (PWK012) - Mit einem Produktionswert von knapp 1,6 Mrd Euro (+2,5 %) und einer Produktionsmenge von rd. 950.000 t (1,5 %) werden die 100 Unternehmen der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie das Jahr 2002 abschließen. Die abgesetzte Produktion wird um etwa 2% über dem Vorjahr liegen. Zu dieser Einschätzung kommt man im Fachverband der PPV-Industrie, nachdem nunmehr das Ergebnis der Quartale 1-3 vorliegt, das eine Steigerung des Produktionswertes von 2,8 % und ein Mengenwachstum von 1,1 % ausweist. Diese bescheidenen Zuwächse sollten auch im 4. Quartal gehalten werden können.

Das angesichts der Stagnation im Sachgüterbereich positive Ergebnis beruht auf einer guten Auftragslage ab dem 2. Quartal. Die Entwicklung verlief in den Branchen der Industrie unterschiedlich, der Verpackungssektor trug zur stabilen Entwicklung der Gesamtindustrie bei. Die Auslastung lag bei 83 %. Die Beschäftigtenzahl lag mit 9.300 geringfügig unter dem Vorjahr. Allerdings zeigt der geringe Wertzuwachs, dass die hohen Kosten von Papier und Karton am Markt nicht im ausreichendem Maße weitergegeben werden konnten. Konjunkturschwäche und Überkapazitäten haben zu einer drastischen Verstärkung des Wettbewerbes am europäischen Markt geführt.

Die PPV-Industrie sieht in der kommenden EU-Erweiterung eine wichtige Vergrößerung des Marktes. Sie ist durch ihren hohen Grad an Internationalisierung gut vorbereitet. Schon heute ist die österreichische PPV Industrie mit rund 100 Produktionsstätten und Niederlassungen in der EU und den Beitrittsländern sowie 20 im übrigen Europa engagiert. Sie betreibt damit im europäischen Wirtschaftsraum gleich viele Niederlassungen wie in Österreich, und beschäftigt dort ebenso viele Mitarbeiter wie im Inland. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Standorte zu erhalten. Dies betreffe vor allem eine maßvolle Entwicklung der Arbeitskosten, mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung und wettbewerbsfähige Konditionen für die transportintensive Industrie, heißt es im Fachverband.

Für 2003 ist die PPV-Industrie wenig optimistisch. Trotz möglichen Aufschwunges wird die Industrie weiter durch die erwartete problematische Entwicklung kurzlebiger Wirtschaftsgüter betroffen sein, die zunehmend unter Preis- und Ertragsdruck stehen. Von einer neuen Bundesregierung erwartet die Industrie die Berücksichtigung ihrer Forderungen, um nicht einen Konjunkturaufschwung durch weitere Belastungen, etwa bei Energie, Transport und Versicherungen, zu gefährden.

Von der Verpackungspolitik müssen Regulierungen und Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten jener Packstoffe, die voll im Recyclingkreislauf stehen, vermieden werden. Verpackungen aus Papier, Karton und Wellpappe liegen mit einer Recyclingquote von über 85 % an der Spitze. Die Altpapier Recycling Organisations-GesmbH ARO konnte die Entsorgung durch eine 13 %ige Kostensenkung der ARA Tarife für Papierverpackungen ab 2003 weiter verbilligen. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
PPV - Fachverband der Papier und Pappe
Mag. Rudolf Bergolth
Tel.: (++43-1) 5055382

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001