Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Anschlag auf unsere Geduld (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 12. Jan. 2003

Klagenfurt (OTS) - Schlagzeile in einer Tageszeitung: "Schüssel spielt mit der SPÖ. Oder auch nicht." Der originelle Titel ist nichts- und vielsagend. Gleiche Aussagekraft hätte jedenfalls die Überschrift "Gusenbauer spielt mit der ÖVP. Oder auch nicht" gehabt.

Das Dilemma: Die Sondierungsgespräche, das ganze Politgeraune halten zu lang an, zerren an der Geduld der Bürger. Wähler und Nichtwähler, die an Reformen und damit an einer arbeitenden Regierung interessierten Österreicher haben längst genug von taktischen Präferenzen, halbseidenen Annäherungen und Entfernungen, von fadenscheinigen Spekulationen, Mutmaßungen, Spitzfindigkeiten, Weichklopfereien, Säbelgerassel, echtem Stumpfsinn und falschen Gerüchten, verschlossenen Türen, offen vorgetragenen Konflikten, verbogenem Geflüster und geradlinigen Schwenks.

Wer mit wem und wie und wann? Schwarz/Rot schon weg oder schon wieder da? Minderheitsregierung? In Wahrheit sind die Findungsprozesse noch nicht einmal innerhalb der Parteien abgeschlossen. Das Parkett der Parteien ist bekanntlich sehr glatt. Und sowohl Schüssel als auch Gusenbauer wissen um die Gefahr, internen Gewittern ausgesetzt zu sein. Trotz historischen Wahlsieges auf der einen und deutlicher SP-Aufwärtsentwicklung auf der anderen Seite.

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