"Selbstbehalte: Österreich schon jetzt im Spitzenfeld"

Stellungnahme des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) zum Artikel im "Wirtschaftblatt" (Freitag-Ausgabe 10-01-2003)

Wien (OTS) - Als Mitautor einer gemeinsam mit dem ÖBIG verfassten Studie möchte das IWI zu dem obzitierten Artikel einige Richtigstellungen bekannt geben. Die genannten Zahlen des Studienmitautors Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheit (ÖBIG) sind aus Sichtweise des IWI wie folgt zu erläutern:

"Gemäß der IWI-ÖBIG Studie zahlt bereits jeder Österreicher für die Gesundheit 30% aus der eigenen Tasche". Diese Zahl kann nicht als Selbstbehalt interpretiert werden, sondern bezieht sich auf den Anteil der privaten Gesundheitsausgaben an den gesamten Gesundheitsausgaben. Statistik Austria publizierte kürzlich (nach einer Revision der Gesundheitsausgaben nach unten) einen Anteil von 68,5% für die öffentlichen Gesundheitsausgaben an den Gesamtausgaben und somit einen privaten Anteil von 31,5%.

Die Selbstbehalte im engeren Sinn belaufen sich auf einen sehr geringen Anteil an den Gesundheitsausgaben. Z.B. im Jahr 2001 lagen die gesamten Selbstbehalte (Gebühren, Behandlungsbeiträge und Kostenanteile inklusive Rezeptgebühren) lt. Hauptverband der Sozialversicherungsträger bei 833 Mio. Euro. Gemessen an den gesamten Gesundheitsausgaben sind dies bloß 4 %.

Die Prozentangaben der Finanzierungsanteile durch Selbstbehalte in den einzelnen europäischen Ländern stammen aus dem ÖBIG-Beitrag der Studie, welcher sich mit einem internationalen Vergleich von Selbstbehalten auseinandersetzt. Ein Finanzierungsanteil der Selbstbeteiligungen an den Gesundheitsausgaben in Höhe von 18,6% für Österreich erscheint dem IWI jedoch als unplausibel - da von einem privaten Finanzierungsanteil von insgesamt 31,5% nicht 18,6% auf Selbstbehalte entfallen können. Somit würden für private Versicherungsleistungen, private stationäre sowie ambulante Gesundheitsleistungen, Selbstmedikation, medizinische Geräte und Ausrüstungen lediglich 12,9% der gesamten Gesundheitsausgaben verbleiben.

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