Keine Tierversuche für Kosmetika: Europäisches Parlament setzt sich durch

Datum für Testverbot sowie Vermarktungsverbot für in Tierversuchen getestete Kosmetika

Straßburg (OTS) - Dass Tiere für die Herstellung von Kosmetika leiden müssen, obwohl es für die meisten Tests bereits tierversuchsfreie Methoden gibt, war dem Europäischen Parlament schon lange ein Dorn im Auge. Da die EU-Rechtsvorschrift über Tierversuche in der Kosmetikindustrie jedoch dem Mitentscheidungsverfahren unterliegt, d.h. das Europäische Parlament gleichberechtigt mit dem Rat den Gesetzestext verabschiedet, konnten sich die europäischen Volksvertreter hier nun endlich mit einer tierfreundlichen Lösung durchsetzen.

Bis in den Vermittlungsausschuss hinein bestand das Europäische Parlament gegenüber dem Rat darauf, ein verbindliches Datum für ein Testverbot sowie ein Vermarktungsverbot für in Tierversuchen getestete Kosmetika - das auch für nicht aus der EU stammende Produkte gilt - festzulegen.

Der ausgehandelte Kompromiss sieht neben einem vollständigen Testverbot ab spätestens 2009 unter anderem auch noch ein Verbot von Substanzen vor, die krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend sind, sowie eine verstärkte Kennzeichnung von Inhaltsstoffen, die allergische Reaktionen hervorrufen können.

Hätte der Rat keine Kompromissbereitschaft gezeigt, hätten die Europaparlamentarier die Richtlinie zu Fall bringen können. So ist davon auszugehen, dass der vom Vermittlungsausschuss erzielte Gesetzestext nächste Woche beim Straßburger Plenum verabschiedet wird.

Weitere wichtige Punkte auf der nächstwöchigen Tagesordnung der Plenartagung des Europäischen Parlaments:

Montag: Grenzschutz an den EU-Außengrenzen (Bericht Pirker), Grundrechte in der Union (Bericht Swiebel)

Dienstag: Zukunft der europäischen Eisenbahnen (Berichte Jarzembowski, Sterckx, Ainardi, Savary), Wahl des neuen Europäischen Bürgerbeauftragten, Arbeitsprogramm des griechischen Ratsvorsitzes (Erklärung der griechischen Präsidentschaft/Konstantinos Simitis und Debatte), Europäische Verkehrspolitik bis 2010

Mittwoch: Afghanistan (Erklärungen von Rat und Kommission und Debatte)

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