Pfandchaos in Deutschland: Weist Österreich den Weg?

Wien (OTS) - Anlässlich seines Wien-Besuchs hielt der Präsident der Europäischen Brauer (Confédération des Brasseurs du Marché Commun, CBMC), Piero Perron, einen Vortrag vor heimischen Brauern. Im Mittelpunkt von Perrons Ausführungen standen aktuelle Themen, welche die gesamte europäische Getränke- bzw. Brauwirtschaft derzeit bewegen: allen voran die Einführung des Einwegpfandes in Deutschland per Jahresbeginn.

Österreich als Vorreiter

Nachdem in Deutschland mit 1. Jänner 2003 ein Pfand auf Einweggebinde eingeführt wurde, wird auch in Österreich dieses Thema, im wesentlichen von 2 Landtagspolitikern (Wien, Salzburg), wieder aufgewärmt.

Perron spricht sich vehement gegen dieses Pfandsystem aus, da Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigen, dass Einwegpfand Mehrweganteile nicht sichern kann. "Dieser Weg hat in Deutschland ein Chaos mit noch nicht absehbaren Folgen verursacht." Der Präsident der Europäischen Brauer sieht "die bestehende österreichische Lösung als wegweisend für künftige Entwicklungen im restlichen Europa."

Heimische Bierkultur basiert auf Mehrweggebinden

Perron wird in seiner Ansicht von KR Johann Sulzberger, Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs, vollauf unterstützt: "Unsere ganze Bierkultur basiert auf Mehrweggebinden: 84 Prozent des österreichischen Bieres werden in Mehrweggebinden konsumiert." Sulzberger verweist in diesem Zusammenhang auch auf die "Freiwillige Selbstverpflichtung" des Handels und der Getränkeindustrie zur Erhaltung der Mehrwegsysteme. "Die österreichische Brauindustrie hat zudem Mitte der 90er-Jahre auf ein neues System von Mehrweg-Glasflaschen umgestellt. Diese Investitionen von mehreren 100 Millionen - damals noch - Schilling waren eine klare Deklaration für Mehrweg." Das Zwangspfand auf Einweggebinde hält auch KR Sulzberger als Regelungsmechanismus für völlig ungeeignet. "Das Beispiel Schweden beweist: Trotz Einwegpfand trinkt man 65 Prozent des Bieres aus der Dose."

Im Dienste der Bieres

Piero Perron ist seit Juni 2002 Präsident des CBMC, der Dachorganisation der europäischen Brauer. Der Verband wurde 1958 gegründet und vertritt die 15 EU Mitgliedstaaten sowie die Schweiz und Norwegen gegenüber allen Institutionen und anderen Interessenvertretungen auf Europäischer Ebene. In Österreich wird diese Aufgabe vom Verband der Brauereien Österreichs wahrgenommen. Dieser vertritt die Branche in der Wirtschaftskammer, gegenüber Behörden, Sozialpartnern, anderen Interessenvertretern, politischen Parteien und Medien. Die gemeinsamen Interessen der Brauereien rund um das Bier stehen im Mittelpunkt. Der Verband dient auch als Servicestelle und internationales Sprachrohr für alle Brauereien Österreichs und versteht sich des weiteren als Anwalt aller österreichischen BiertrinkerInnen.

Näheres finden Sie auf der Homepage des Verbandes der Brauereien Österreichs: http://www.bierserver.at.
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