"Kleine Zeitung" Kommentar: "Vor der Tür" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 10.01.2003

Graz (OTS) - Rot und Blau geben sich auf dem Ballhausplatz die Türklinke in die Hand. Nach Alfred Gusenbauer wurde Herbert Haupt vom Bundeskanzler empfangen und entsprechend hofiert.

Derzeit läuft für Wolfgang Schüssel alles wie geschmiert.

Die SPÖ hat ihre ultimative Forderung, dass sie nur zu Exklusivgesprächen, nicht aber zu Parallelverhandlungen bereit sei, fallen gelassen und nimmt in Kauf, dass die ÖVP ihre Sondierungen mit der FPÖ fortsetzt.

Der bisherige Koalitionspartner ist von der verständlichen Sorge erfüllt, von Schüssel wegen Unzuverlässigkeit verstoßen zu werden und biedert sich als reuiger und künftig allzeit getreuer Gefährte an.

Noch steht Alexander Van der Bellen schmollend abseits. Die Grünen haben jedoch erkannt, dass es ein Fehler war, sich vorzeitig aus dem Spiel zu nehmen. Flehend klopfen sie bei Schüssel an, die Tür wieder aufzumachen.

Allerdings glauben die Grünen immer noch, Bedingungen stellen zu können, dass nämlich Schüssel zuvor die Verhandlungen mit der FPÖ abbricht. Das wird er nicht tun. Weshalb die Grünen offenbar in Kauf nehmen, dass ihre Verweigerung als Eingeständnis gewertet wird, (noch) nicht regierungsfähig zu sein.****

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