Toifl: Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und Standort Österreich jetzt stärken!

Lehrlingsaktion voller Erfolg - Maßnahmen bei Lehrlingsqualifizierung und älteren Arbeitnehmern setzen

Wien (PWK008) - "Der zu erwartende leichte Aufschwung in den kommenden Monaten darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass von der neuen Bundesregierung rasch Maßnahmen gesetzt werden müssen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und des Standortes zu erhalten", unterstrich heute, Donnerstag, der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Georg Toifl, im Rahmen der heutigen Pressekonferenz mit dem Spartengeschäftsfürher Helmut Heindl. Aus diesem Grund habe die Bundessparte einen 10-Punkte-Forderungskatalog an die neue Bundesregierung formuliert, in dem insbesondere eine Reform der Steuer- und Abgabenpolitik für den Mittelstand gefordert wird. So müsse es zu einer steuerrechtlichen Entdiskriminierung des Eigenkapitals, also einer Entlastung nicht entnommener Gewinne, ebenso kommen wie zu einer Senkung der Lohnnebenkosten, einer steuerrechtlichen Begünstigung der stillen Reserven bei Betriebsübergaben und -umwandlungen und einem Entfall der 13. Umsatzsteuervorauszahlung.

In Bezug auf die Lehrlingsaktion der Wirtschaftskammer Österreich im Herbst vergangenen Jahres merkte Toifl an, dass hier ein wirklicher Erfolg gelungen sei. Die Wirtschaft habe bewiesen, dass sie an der Ausbildung der heimischen Jugendlichen sehr stark interessiert sei. Insgesamt seien mehr Lehrplätze angeboten worden, als schlussendlich wahrgenommen werden konnten. In vielen Branchen konnte daher ein Rucksack an Lehrlingen abgebaut werden. Trotzdem hätten sich nach Rückmeldungen aus den Betrieben gewisse Defizite offenbart. "Wir haben feststellen müssen, dass bei einem gewissen Prozentsatz der Lehrlinge das gewünschte Bildungsniveau nicht gegeben ist", so der Spartenobmann. Die Zur-Verfügungstellung eines Lehrplatzes müsse Hand in Hand mit der Fähigkeit des Lehrlings für einen weiteren Bildungsschritt gegeben sein. So habe u.a. die PISA-Studie gezeigt, dass 14 Prozent aller 15- bis 16-jährigen Schüler sich auf dem untersten Level der Lesefähigkeit befinden würden.

Für jenen geringen Teil jener Lehrlinge, die eine Lehrstelle nicht antreten können, müssten im Berufsausbildungsgesetz Regelungen geschaffen werden, die es den Jugendlichen ermöglichen, eine Lehrausbildung mit einer verlängerten Lehrzeit zu absolvieren oder eine Teilqualifikation vermittelt zu bekommen. "Wir müssen einfach klarstellen, dass das Erreichen eines Facharbeiterniveaus ein höheres Niveau in der Ausbildung darstellt", betonte Toifl.

Bei den älteren Arbeitnehmern dränge die Bundessparte aufgrund des zu erwartenden Facharbeitermangels in den kommenden Jahren und Jahrzehnten darauf, diese in Beschäftigung zu halten. Neben einer Verlängerung des Modells der Altersteilzeit sowie Adaptierungen des jetzigen Modells zur Missbrauchsvermeidung gehe es dem Gewerbe um eine Flexibilisierung des Kündigungsschutzes älterer Arbeitnehmer. "Der erhöhte Kündigungsschutz bedeutet lediglich einen Schutz für jene, die in Beschäftigung stehen. Es ist aber ein Einstellhindernis für ältere Arbeitslose, da nach 6-monatiger Betriebszugehörigkeit die Kündigung oft nur unter großen Problemen möglich ist", stellte Heindl klar. Insbesondere kleine und mittlere Betriebe, die ihren Personalstand rasch an die Auftragslage anpassen müssen, werden dadurch von der Neueinstellung älterer Arbeitnehmer abgehalten. Weiters müsse die Qualifizierungsförderung für ältere Arbeitnehmer verbessert werden. Etwa in Branchen wie dem Baugewerbe müsse zeitgerecht dafür gesorgt werden, dass Mitarbeiter in Qualifizierungsmaßnahmen eingebunden werden. Und: Der Schritt in die Selbständigkeit wird von der Bundessparte Gewerbe und Handwerk als probates Mittel angesehen, gerade das Wissen und das Know-how älterer Mitarbeiter am Arbeitsmarkt und im Betrieb zu halten. "Wir wissen, dass in den kommenden Jahren tausende Betriebe zur Nachfolge anstehen. Mit entsprechenden Fördermaßnahmen und Einstiegshilfen besteht die Möglichkeit, ganze Handwerkszweige auf diese Weise am Leben zu erhalten", schloss Heindl. (us)

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