ARGE-ÄrztInnen: Therapiewechsel statt Belastungspolitik

Das Gesundheitssystem braucht ein Gesamtkonzept

Wien (ÖGB). "Die aktuelle Diskussion um Selbstbehalte ist der ungeeignete Ansatz für eine Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitssystems", kristisiert die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, nach einer Sitzung der gewerkschaftlichen ÄrztInnenvertreterInnen, heute, Donnerstag. Notwendig sei jetzt ein Therapiewechsel in der Diskussion, eine Bestandsaufnahme von Stärken und Schwächen des derzeitigen Systems sowie ein langfristiges Konzept.++++

"Ein Arzt würde nie zuerst eine Therapie verschreiben und erst viel später die Diagnose erstellen", kritisiert Oberhauser, dass immer wieder einzelne PolitikerInnen mit Einzelvorschlägen an die Öffentlichkeit treten. Die ARGE-ÄrztInnen fordert daher eine eingehende Diskussion sowie Bestandsaufnahme der aktuellen Situation des Gesundheitswesens. Das Ziel müsse dabei sein, eine Grundlage für ein langfristiges Konzept zu bekommen. Oberhauser: "Als ARGE-ÄrztInnen wollen wir Qualitätsverbesserungen für die Patienten innerhalb eine vernünftigen und finanzierbaren System."

Weiters fordert die ARGE-ÄrztInnen eine Verbesserung der Ausbildung der TurnusärztInnen. Oberhauser: "Es kann nicht angehen, dass junge KollegInnen den Hauptteil ihrer Arbeit mit Dokumentationen und Papierkram vertun. Wir müssen uns bewusst werden, dass der Schwerpunkt der Ausbildung im fachlichen Bereich liegen muss und nicht im Erlernen von Bürokratie. Sonst könnten uns in Zukunft schlecht ausgebildete ÄrztInnen medizinisch versorgen. Das kostet Geld und möglicherweise die Gesundheit von Menschen."

Ungelöst ist nach wie vor die Kontrolle der ärztlichen Arbeitszeit vor allem im öffentlichen Bereich. Oberhauser: "Trotz einer bestehenden gesetzlichen Regelung werden die vorgeschriebenen Arbeitszeiten auf Grund von Personalmangel nicht eingehalten. Ein Zustand, der unerträglich ist."(ff)

ÖGB, 9. Jänner 2003
Nr. 014

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