Jede dritte Skibindung falsch eingestellt - jetzt Pickerl machen!

75.000 Skifahrer verletzen sich jährlich auf Österreichs Pisten. Häufig Schuld: Bindungen - "Sicher Leben" bietet Prüfsiegel Wien (OTS) - Nach Monaten nasskalter Eintönigkeit zeigt sich der Winter endlich von seiner besten Seite und wartet mit reichlich weißem Pulverschnee auf. Was Glitzern in den Augen der Kleinsten hervorruft, weckt auch bei Skifahrern die Sehnsucht nach eleganten Schwüngen auf weißem Pulver. Bisher hatte die kalte Jahreszeit wenig an romantischem Weiß zu bieten. Das bange Warten der Wintersportorte hat nun ein Ende und frostige Temperaturen sollen eine dauerhafte Schneedecke garantieren. Wer bisher gezögert hat, sollte nun nicht mehr länger mit der Vorbereitung auf die Skisaison anstehen -schließlich sind die Semesterferien nicht mehr weit.

Zu einem ungetrübten Skispaß gehört vor allem eine fachgerecht eingestellte Skibindung. 75.000 SkifahrerInnen - zwei Drittel davon sind Ausländer - verletzen sich jährlich auf Österreichs Pisten und für immerhin rund 51.000 SkifahrerInnen hat 2001 das Skivergnügen im Spital geendet. Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben" empfiehlt daher die rechtzeitige Wartung der Skiausrüstung (Kanten, Belag, Bindung) jedes Jahr im Fachgeschäft: "Skibindungen bedürfen einer sorgfältigen Einstellung, damit ihr technisch mögliches Schutzpotenzial überhaupt genützt werden kann. Nützen Sie den Herbst dazu und ersparen Sie sich lange Wartezeiten!"

Richtig eingestellte Skibindungen ersparen 30 Prozent aller Skiverletzungen

Kisser weist darauf hin, dass alte Bindungen häufig aufgrund von Verschleiß, Beschädigung oder falscher Montage nicht mehr einstellbar sind und dennoch rund jeder zehnte Skifahrer darauf vertraut. "Das Risiko für eine Skiverletzung ist bei fehlerhafter Bindungseinstellung wesentlich erhöht. Wenn der Einstellungswert außerhalb der Toleranzgrenze liegt, öffnet die Bindung eventuell schon bei Standardbelastung verfrüht oder bei einem Sturz zu spät. Durch korrekt funktionierende Bindungen könnten immerhin Skiverletzungen von 23.000 Skifahrern bzw. 6000 österreichischen Skifahrern auf Österreichs Pisten eingespart werden!", so der "Sicher-Leben"-Chef.

Pickerl für sichere Bindung

Um die Bilanz der Knochenbrüche und Verletzungen insgesamt zu verbessern, bietet das Institut "Sicher Leben" gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich und dem Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ) auch diese Saison eine österreichweite Prüfaktion für Skibindungen an. Sportfachhändler überprüfen Bindungen gemäß ÖNORM ISO 11088 und bestätigen die fachgerechte Einstellung durch ein goldenes (Überprüfung durch ein geeichtes Einstellgerät) oder silbernes (Überprüfung mit Tabelle) Prüfsiegel, das auf den Ski geklebt wird. Geschäfte, die sich an der Aktion beteiligen sind mit einem Tür- bzw. Auslagenkleber gekennzeichnet.

Bei Kindern Skiausrüstung regelmäßig erneuern!

Komm.-Rat Walter Schwarzinger, Präsident des Verbands der Sportausrüster, warnt vor falschem Sparen: "Die fachgerechte Bindungseinstellung ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Aufgrund von Wachstum und häufigem Schuhwechsel muss die Bindung häufiger angepasst werden. Gerade bei Kindern wird oft aus Kostengründen veraltetes Material verwendet!"

Häufigste Verletzungen: Am Knie

Nur relativ selten passieren Unfälle auf der Piste aufgrund von Zusammenstößen. Den größten Anteil der Unfälle bilden mit 89 Prozent Stürze auf gleicher Ebene. Häufig schuld: Falsche Grundtechniken bei Parallel- oder Stemmschwüngen. Auch das "Carven" will gelernt sein. Vor allem wenn auf den Kanten mit hoher Geschwindigkeit "gecarvt" wird, können Fliehkräfte auftreten, denen Skifahrer nicht gewachsen sind. Ausdrehstürze - wenn der Carving-Schwung nicht zur Gänze durchgehalten werden kann und die Ski talseitig nach hinten drehen -können Knieverletzungen und Verletzungen im Schulter und Rückenbereich zur Folge haben. Im Jahr 2001 waren die am häufigsten im Spital behandelten Verletzungen nach Skiunfällen Knochenbrüche (40%) gefolgt von Sehnen und Muskelverletzungen (23%) sowie Quetschungen und Prellungen (20%).

Dazu Primarius Dr. Walter Buchinger, Generalsekretär der österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie: "Klassische Knochenbrüche sind relativ selten geworden, aber der hohe Anteil der Knieverletzungen bereitet uns Kopfzerbrechen. Sehr oft sind aufwändige Operationen bei Bänderrissen erforderlich und in vielen Fällen bleiben auch Bewegungsbeeinträchtigungen für den Rest des Lebens zurück."

"Sicher Leben"-Tipps für ein sicheres Skivergnügen

- Bindungen müssen individuell auf Geschlecht, Körpergröße, Alter, Gewicht, Schuhsohlenlänge und Können des Skifahrers abgestimmt sein, um zum richtigen Zeitpunkt auszulösen. Der optimale Auslösewert kann nur durch ein geeichtes Prüfgerät festgestellt werden. Jährliche Bindungskontrollen sind daher kein Luxus, sondern notwendig. Ein entsprechendes Skiservice gehört zu einem Muss vor jedem Winterurlaub. Geschliffene Kanten und eine präparierte Lauffläche eines Skis ermöglichen kontrolliertes Fahren und vermindern die Sturzgefahr.

- Auch langjährigen Skifahrern ist ein kurzer Skikurs zur Weiterbildung zu empfehlen.

- Kinder sollten mit einem gut passenden Skihelm ausgerüstet sein.

- Der Körper sollte rechtzeitig auf die Skisaison vorbereitet werden

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