ÖCV und MKV stellen Bildungs-Eckpunkte für künftige Regierung vor

ÖCV-Vorstand Hopfgartner: "Rasch Unireform umsetzen, Studienbeiträge für Neue Medien zweckwidmen, Sommermonate für Prüfungen nutzen"

Wien (OTS) - "2003 soll das Jahr der Bildung werden" forderten
heute Mittwoch Anton Hopfgartner, Vorstand des Österreichischen Cartellverbandes und Clemens Schöfmann, Obmann des Mittelschüler-Kartell-Verbandes, anläßlich einer Präsentation der bildungspolitischen Eckpunkte der beiden Verbänden an eine künftige Bundesregierung. Im Vordergrund stehen dabei für den ÖCV, den größten Studenten- und Akademikerverband Österreichs, die rasche Umsetzung der Universitätsreform, die Zweckwidmung der Studienbeiträge für den Bereich "Neue Medien", eine Ausweitung der Leistungsstipendien sowie die Einführung eines "Tri"-Semesters zur Nutzung der drei vorlesungsfreien Monate während der Sommerpause. Im Schulbereich plädiert der MKV, als größter heimischer Schüler- und Absolventenverband, für mehr Bildungsangebot im Rahmen der AHS-Oberstufenreform, die Definition von Leistungsstandards für den erleichterten Übergang zwischen Schultypen, die Aufwertung von Hauptschulen sowie die Einführung des Ethikunterrichts anstatt der Freistunde bei Abmeldung vom Religionsunterricht. ***

"Die hohe Qualität des heimischen Bildungswesens soll gesichert und ausgebaut werden", spricht Hopfgartner der letzten Sommer beschlossenen Universitätsreform hohes Potenzial zur Stärkung des Hochschulstandortes Österreich zu. "Die Studierenden brauchen jetzt leistungsfähigere Universitäten und nicht eine alles boykottierende ÖH." Mit 1.1.2004 tritt die Universitätsreform voll in Kraft, bis dahin müssen alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen werden. Als wichtigen Schritt sieht Hopfgartner in diesem Zusammenhang die Wahlen des Senats, dem akademischen Leitungsgremium. "Die Studentenvertreter stellen hier 25% und sollen in diesem Gremium Maßnahmen einbringen, die zur Verbesserung der Situation der Studierenden beitragen." Als konkrete Maßnahme schlägt Hopfgartner das Eintreten der ÖH für die Zweckwidmung der Studienbeiträge für den Bereich "Neue Medien" vor.

"Das Stipendiensystem konnte deutlich verbessert werden", bezieht sich Hopfgartner auf die Steigerung der Stipendienbezieher um rund 37 Prozent (von 21.696 im Sommersemester 2000 auf 29.689 im Wintersemester 2001). "Ziel des Stipendiensystem muss es sein, Lernwillige für die Unis zu gewinnen und für den Studienerfolg zu belohnen." Um diesen Lenkungseffekt zu verstärken fordert Hopfgartner eine entsprechende Evaluierung des Förderwesens und eine Erhöhung des Volumens für Leistungsstipendien von 3% des sonstigen Stipendienvolumens auf 5%.

Um die drei Monate Sommerpause zu nutzen sollte ein sogenanntes "Tri"-Semester eingeführt werden, in welchem optional ein eingeschränktes Lehrangebot besteht. "So könnten in dieser Zeit beispielsweise Prüfungen nachgeholt werden. Das senkt die Studiendauer und schafft Raum für soziales Engagement während des Studiums." Die Finanzierung dieses Zusatzangebots der Universitäten sollte aus den bestehenden Mitteln möglich sein. (AB)

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