Studie belegt: Frauen brauchen neue Chancen am Arbeitsmarkt

Linz (OTS) - Einen Blick in die Zukunft der Frauenbeschäftigung wagt die AK-Frauenredaktion in ihrem ersten Beitrag des Jahres 2003. Alleine in Oberösterreich werden fast 31.000 zusätzliche Arbeitsplätze für Frauen entstehen. Dennoch wird sich an den hohen Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen nichts ändern, wenn nicht aktiv gegengesteuert wird.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich und das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) haben Mitte vergangenen Jahres eine Beschäftigungsprognose für Oberösterreich bis zum Jahr 2008 erstellt. Demnach wird es in Oberösterreich im Jahr 2008 36.800 zusätzliche Beschäftigte geben, wegen der Zunahme bei den Dienstleistungsberufen werden 80 Prozent oder 30.800 dieser zusätzlichen Arbeitsplätze auf Frauen entfallen.

Der Pferdefuß dabei: Die Hälfte dieser zusätzlichen Frauen-Jobs wird von niedrigem Einkommen, hohem Teilzeitanteil und geringen Aufstiegschancen gekennzeichnet sein. Dazu kommen oft noch ungünstige Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten.

Weitere für Frauen wichtige Ergebnisse:
Die Frauenerwerbsquote wird um etwa 2,5 Prozent auf 43 Prozent ansteigen, damit aber immer noch unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Die Teilung des Arbeitsmarktes nach dem Geschlecht bleibt erhalten: Zwar nimmt der Anteil der Frauen in der Industrie leicht zu, trotzdem konzentriert sich der Zugang zum Arbeitsmarkt für Frauen auf wenige Sparten innerhalb des Dienstleistungssektors.
Die Trennung (Frauen im Einzelhandel und im Gastgewerbe, Männer in technischen und handwerklichen Berufen) wird sich sogar noch verstärken.
Teilzeitangebote bleiben auf "typische" Frauenberufe beschränkt.

Daher muss es gelingen, Frauen "untypische" Berufsfelder zu eröffnen. Die Beschäftigungsprognose zeigt, dass es auch Wachstumsbranchen geben wird, die für Frauen attraktiv sein können:
Bei den Ingenieurberufen, in der EDV- und Informatikbranche, bei den Finanzfachkräften oder in der Organisations- und Personalentwicklung ist der Frauenanteil noch gering.

Um der Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt endlich etwas entgegen zu setzen, fordert die AK-Frauenredaktion von den politisch Verantwortlichen:
eine Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik, die den Ausbau von hochwertigen Arbeitsplätzen fördert
eine spezielle Förderung betriebsnaher Dienstleistungen (EDV- und Internetdienstleistung, Forschung & Entwicklung, Wissensmanagement, Aus- und Weiterbildung, Logistik etc.) sowie qualitativ höherwertiger Dienstleistungsangebote im Gesundheits- und Wellnessbereich Maßnahmen zur tatsächlichen Öffnung von für Frauen untypischen Schulen und Berufen und Arbeitsplätzen
die Forcierung betrieblicher Frauenförderung
und Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Geschlechter.

Die gesamte Frauen-Sonderauswertung der Beschäftigungsprognose kann unter wipol@ak-ooe.at angefordert werden.

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