Fischer würdigte die Verdienste Alfred Stingls um die Stadt Graz

Wien (SK) Anlässlich der feierlichen Verabschiedung des Grazer Bürgermeisters Alfred Stingl "nach 18-jähriger mustergültiger Tätigkeit" gestern Abend in Graz, hielt der stv. SPÖ-Vorsitzende Heinz Fischer in seiner Laudatio fest, dass Stingl "kein Linker im dogmatischen Sinn" war, aber "ein Reformer, ein Humanist, er wollte alle Verhältnisse in denen 'der Mensch ein elendes und geknechtetes Wesen ist' nicht gerade umwerfen, aber substanziell verändern". Fischer attestierte Stingl: "Er wollte Christentum und Sozialismus zusammenführen." ****

Fischer hatte Stingl zur Zeit der Diskussion über den Vietnam-Krieg, die Oppositionsrolle der SPÖ, die Zeit der Studentenproteste und des sich anbahnenden Prager Frühlings in den 60er Jahren kennen gelernt. 1968 Gemeinderat wurde Alfred Stingl 1973 Stadtrat. 1980 wurde ihm der Vorsitz im ORF-Kuratorium übertragen. "Das wurde man nicht, ohne dass man einen guten Namen hatte und dass einem über die Grenzen einer Partei hinaus zugetraut wurde, faire und gute Arbeit zu leisten", so Fischer. 1981 wurde Alfred Stingl in den Bundesparteivorstand der SPÖ gewählt und ein Jahr später wurde er Vizebürgermeister von Graz - also vor gut zwei Jahrzehnten.

"Und als er 1985, also mit 46 Jahren, zum Bürgermeister der steirischen Landeshauptstadt gewählt wurde, war ich in Wien Wissenschaftsminister und wir konnten gleich mit einer intensiven, vertrauensvollen und fruchtbaren Zusammenarbeit im Interesse der Universitätsstadt Graz beginnen", erinnerte sich Fischer. Die Stadt Graz habe unter ihrem Bürgermeister nicht nur als Universitätsstadt und als Standort für Lehre und Forschung eindrucksvoll reüssiert. "Das gleiche kann und muss man für den Bereich der Kultur sagen", betonte Fischer. Die Offenheit des Grazer Bürgermeisters für Kulturschaffende, sein Interesse an ihrer Arbeit sei sprichwörtlich.

Fischer würdigte auch den "Beitrag" Stingls "zu einem anständigen und redlichen Umgang mit unserer eigenen Vergangenheit". Der Grazer Bürgermeister habe sich auch an dieser Diskussion beteiligt und seinen Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte geleistet. Fischer strich die Zusammenarbeit Stingls mit dem Nationalfonds bei der Verwirklichung des Projektes der Wiedererrichtung der jüdischen Synagoge in Graz hervor sowie "seine Dialogfähigkeit, sein Interesse an benachbarten Regionen und Kulturen, seine Fähigkeit auf Menschen aus anderen Nationen oder anderen Sprachregionen offen zuzugehen, seine Immunität gegen jede Form von Chauvinismus und vor allem seine demokratisch-pluralistische Gesinnung", die ihm halfen, "nicht nur mit allen Herausforderungen fertig zu werden, die an die Stadt Graz gestellt wurden" sondern ihn zu einem wichtigen Verbündeten und Ratgeber für Politiker, Wissenschafter, Kulturschaffende, Wirtschaftstreibende etc. in den sich entwickelnden jungen neuen Demokratien machten. (Schluss) up

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