Glaswände als Todesfallen für die Vögel. Appell an die Bauträger.

Wien (OTS) - Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) macht österreichische Bauträger auf die tödliche Gefahr aufmerksam, die transparente Wände für unsere heimischen Vögel darstellen. Diese jüngste Initiative zeigt, dass sich der IBT nicht nur für die Abschaffung der Tierversuche einsetzt, sondern sich auch in anderen Tierschutzbelangen engagiert, weil der Schutz der Tierwelt ein umfassendes Anliegen ist.

Transparente Wände - z.B. als Glasfronten von Gebäuden oder als Lärm- und Sichtschutzwände - stellen für viele unserer heimischen Vögel wie Spechte, Meisen, Spatzen etc. eine tödliche Falle dar. Laut einer Studie der Wiener Umweltanwaltschaft sind Glasscheiben - nach der Lebensraumzerstörung - der zweithäufigste vom Menschen verursachte Todesgrund bei Vögeln.

"Diese alarmierenden Zahlen haben uns veranlasst, eine Informationskampagne zu starten, die sich zunächst an die Bauträger (private, gemeinnützige, Genossenschaften) wendet und auf diese für die Vogelwelt verheerende Situation hinweist", so Gerda Matias, Präsidentin des IBTs und Initiatorin des Tierschutz-Volksbegehrens. "Wir appellieren an die Bauträger, den stillen Tod an der Glasscheibe nicht länger zu dulden bzw. gar zu fördern, und dass sie schon bei der Planung ihrer Bauten auch auf die Vogelwelt Rücksicht nehmen und auf keinem Fall solche Wände, die den sicheren Tod für zahlreiche Vögel bedeuten, aufstellen", erläutert Gerda Matias die Aktion.

Dass dies nicht unbedingt auf Kosten der architektonischen Gestaltungsfreiheit erfolgen muss, zeigt das neu errichtete und bald in Betrieb gehende Lentos Museum in Linz. Hier ist es vorbildlich geglückt, moderne Architektur und die Erfordernisse eines Museums nach Helligkeit und Transparenz im Einklang mit dem Tierschutz zu verwirklichen. Wissend, dass Glaswände eine permanente Todesfalle für die Vögel darstellen, wurde eigens ein besonderes Glas mit einem speziellen Effekt entwickelt, das den Vogelaufprall verhindert.

Gerda Matias hofft, dass "wir fürs erste die Verantwortlichen (Bauträger, und in der Folge auch die Architekten, Stadtplaner und Genehmigungsbehörden) für dieses Thema sensibilisieren können, damit diese künftig die Herausforderung annehmen und bei ihren Bauvorhaben auch den Schutz der heimischen Tierwelt berücksichtigen."

Selbst vorhandene transparente Wände kann man nachträglich - mit gewissen Mustern, etwa Streifen - bekleben. Sie können aber auch als Werbefläche genützt werden. Wichtig ist allein, dass die Wände so blickdicht gemacht werden, dass sie von den Vögeln als Hindernisse erkannt werden.

Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) ist ein seit 1968 bestehender gemeinnütziger unabhängiger Verein. Er setzt sich für die Abschaffung aller Tierversuche ein und lehnt Tierversuche aus ethischen, wissenschaftskritischen und verbraucherpolitischen Gründen ab.

Ein zentrale Forderung des IBTs ist, die Vergabe von öffentlichen Mittel an Auflagen zu binden, die auch ethische Kriterien erfüllen. So sollen nur Projekte ohne Tierversuche gefördert werden. "Denn nur auf diese Weise wird ein spürbarer Fortschritt bei der Etablierung von tierversuchsfreien Methoden erreichbar sein", ist Gerda Matias überzeugt.

Gerda Matias, Vorsitzende des IBT und Initiatorin des Tierschutz-Volksbegehrens, vertritt in der Funktion als Präsidentin auch die Anliegen der Bundeszentrale der Tierversuchsgegner (Dachverband der Tierversuchsgegnergruppen in Österreich) und jüngst auch die des Zentralverbandes der Tierschutzvereine Österreichs (Dachverband der österreichischen Tierschutzvereine).

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"Internationaler Bund der Tierversuchsgegner" (IBT)
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