"Kleine Zeitung" Kommentar: "Absprung" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 08.01.2003

Graz (OTS) - Der SP-Gewerkschaftsflügel schäumt. Welche Provokation der ÖVP, die Abschaffung der Frühpensionen zu fordern. Brutale Wählertäuschung nennt es GPA-Chef Hans Sallmutter. Und richtet vor dem heutigen Sondierungsgespräch der eigenen Partei wie auch der ÖVP aus, "sich nicht vorstellen zu können, dass andere Parteien die gleiche Kaltblütigkeit an den Tag legen".

Womit der Gewerkschafter vorerst einmal klar gestellt hat, welche Erfolgsaussichten unter den derzeitigen VP-Vorgaben weitere Gespräche mit der SPÖ haben werden. Selbst wenn Alfred Gusenbauer gleichzeitig die "Kaltblütigkeit" entwickelt, bei der ÖVP "keine unüberwindbaren Hürden" zu orten.

Eine dosiert inszenierte Kaltblütigkeit des SP-Chefs, die in der Gewerkschaft durchaus mit Wärme aufgenommen werden kann. Denn immerhin lässt auch Gusenbauer wissen, dass sich das Reformprogramm Schüssels teils wie ein "Brief ans Christkind" liest.

Was hinter diesem Doppelspiel zwischen Gewerkschaft und SP-Chef steht? Zunächst die Vorbereitung einer Absprungbasis. Und die Angst, als Pensionistenpartei am stärksten von schmerzhaften Pensionsreformen getroffen zu werden. ****

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