Helmut Zenker in Wien verstorben

Wien (OTS) - Tief betroffen zeigt sich KPÖ-Vorsitzender Walter Baier vom unerwarteten Ableben des Schrifstellers Helmut Zenker. Zenker ist in der Nacht vom 6. auf den 7. Jänner nach schwerer Krankheit verstorben.

"Mit ihm verliert die Kommunistische Partei Österreichs einen langjährigen Weggefährten, der unserer Bewegung in solidarischer, gleichwohl kritischer Partnerschaft verbunden war", so Baier. Sein konsequentes politisches Engagement für eine gerechtere und soziale Gesellschaft habe nicht zuletzt ihren Ausdruck in der Bereitschaft gefunden, als Wiener Spitzenkandidat der KPÖ bei der Nationalratswahl 1999 zu kandidieren.

Der Volksstimme stand Helmut Zenker gemeinsam mit seinem Sohn Tibor als langjähriger Kolumnist zur Verfügung.

Als Schriftsteller hat der 1949 geborene Zenker die österreichische zeitgenössische Literatur entscheidend geprägt. Popularität erlangte er als literarischer Autor mit seiner Satirenreihe um den Wiener Polizeimajor Adolf Kottan, die 1976 vom ORF verfilmt wurde. Zenker hatte sich mit seinen beiden Romanen "Wer hier die Fremden sind" und dem beeindruckenden Kammerstück "Kassbach", das ebenfalls verfilmt wurde, aber schon vor "Kottan" einen Namen gemacht.

Eine weitere Serienfigur, mit der er seine Neigung zu anarchistisch - parodistischen Kriminalstories nachwies, ist die kleinwüchsige Wiener Privatdetektivin Minni Mann, die ihre Fälle in allerbester hardboiled-Manier zu lösen versteht.

Die Kritik urteilte über den vierten Kottan-Roman "Der vierte Mann", dass Autor Helmut Zenker "sich auch in Wendezeiten nicht davon abhalten lässt, mit Witz und Satire nicht nur gegen die bekannten Zustände anzukämpfen, er verliert auch niemals die durchschlagende Wirkungslosigkeit von Literatur aus den Augen."

In seinen Romanen, seinen Hörspielen und in den satirischen TV-Serien - vor allem in der von ihm konzipierten und realisierten TV-Satire "Tohuwabohu" - hat er sich als kritischer Zeitgenosse und Zyniker erwiesen, der die bürgerliche Doppelmoral wie kaum ein anderer zu entlarven wusste. Er war gleichzeitig Profi, der sein auf den ersten Blick chaotisches literarisches Personal durch eine präzis konstruierte und dadurch schon wieder parodistisch wirkende Handlung führte.

"Mit Helmut Zenker verliert Österreich einen Menschen, der sein ganzes literarisches Schaffen und sein politisches Leben dem Kampf für eine Überwindung der herrschenden Zustände und für sozialen Fortschritt gewidmet hat. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren", so Baier abschließend.

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