"Kleine Zeitung" Kommentar: "Schubumkehr" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 04.01.2003

Graz (OTS) - Eine Klausur ist eine Klausur und was im Gasthaus
"Zum Blumentritt" in St. Aegyd am Neuwalde besprochen wurde, wissen nur die Teilnehmer der geschlossenen Veranstaltung.

Dennoch kann man aus den Botschaften, die an die Öffentlichkeit gedrungen sind, einige Schlussfolgerungen ziehen.

Das wichtigste Signal war wohl, dass die SPÖ eine Schubumkehr in den Koalitionsverhandlungen herbeiführen will. Sie hat erkannt, dass sie von Wolfgang Schüssel als Bittsteller vorgeführt worden ist, obwohl sie trotz des enttäuschenden Wahlergebnisses noch immer vier Mal so stark ist als die Blauen oder die Grünen.Sie versucht nun, den Spieß umzudrehen und der ÖVP die Bedingungen zu diktieren.

Ob diese Strategie zum Erfolg führt, bleibt abzuwarten. Alfred Gusenbauer müsste schon mehr einfallen als die zweifellos populäre Idee, die privilegierten Beamtenpensionisten zur Kasse zu bitten, um Schüssel derart zu reizen, dass der Bundeskanzler von sich aus die Gespräche mit der SPÖ abbricht.

Letztlich kommt der Tag der Entscheidung. Und dabei dürfte sich herausstellen, dass trotz der gegenseitigen Beschwörung des Reformwillens die inhaltlichen Unterschiede unüberwindlich sind. ****

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