Familienvideos in die ZiB?

Einsatz von "Ein-Mann-Teams" gefährdet Qualität der TV-Berichterstattung

Wien (ÖGB/KMSfB). Mit der Einführung der Einmanneinheit -Kameramann, Tonmeister, Beleuchter werden durch eine Person ersetzt -verabschiedet sich der ORF vom gewohnten Niveau der eigenen (Bild-)Berichterstattung. "Während internationale Agenturen ihre Nachrichten aufwendig produzieren, soll für Berichte aus Österreich offenbar auch Heimvideoqualität reichen", kritisiert Peter Paul Skrepek, Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe.++++

Innerhalb einer Probezeit von sechs Monaten will der ORF die Tauglichkeit der Einmanneinheit ausloten und wird dadurch zu einem unberechenbaren Auftraggeber. Während noch vor einem Jahr den angemieteten Firmen die Anschaffung einer qualitätsorientierten Ausstattung aufgetragen worden war, wird die um teures Geld angeschaffte Profi-Ausrüstung bei der Einmanneinheit jetzt nicht mehr benötigt.

"Der Kameramann muss die bis zu 25 Kilogramm schwere Ausrüstung allein tragen und funktionstüchtig halten", ergänzt Rudolf Widmar, Vorsitzender der Sektion Elektronische Medien, "außerdem fallen Ausbildungsmöglichkeiten für Kameraleute und Tontechniker weg."

"Juristisch wird damit das Berufsbild von Kameraleuten und Tontechnikern abgeschafft. Das Ergebnis ist eine Amateurisierung der Berichterstattung. Österreich wird dadurch zum informationspolitischen Anhängsel der Welt degradiert. Unsere Gewerkschaft wird diesem Treiben nicht tatenlos zusehen", kündigt Dr. Herbert Stegmüller, stv. Zentralsekretär der KMSfB, an.

ÖGB, 3. Jänner 2003
Nr. 005

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Dr. Herbert Stegmüller
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