Tourismusgewerkschaft: "Saisoniers sind auf Dauer keine Lösung"

HGPD zu EU-Osterweiterung, Pflegeberufen und 1000 € Mindestlohn

Wien (ÖGB/HGPD) "Am 1. Mai 2003 haben wir im Hotel- und Gastgewerbe endlich 1000 € Mindestlohn erreicht", erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske, in seiner ersten Pressekonferenz im neuen Jahr. "Immerhin entwickeln sich die Umsätze in dieser Branche positiv", ergänzte Kaske und weist darauf hin, dass zwischen Jänner und November 2002 ein leichter Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen sei:
"Einzig im April hat sich ein Minus von 1,4 Prozent ergeben." Gleichzeitig sei aber die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen gestiegen: "Und bei den Saisoniers haben wir auch den Höchststand erreicht."++++

Besonders empört ist der HGPD-Vorsitzende darüber, dass in Tirol Saisoniers unter der im Antrag auf Beschäftigungsbewilligung zugesicherten Lohnsumme beschäftigt werden. Kaske: "Und das obwohl es in Tirol einen so genannten Ehrenkodex gibt - der ist offensichtlich nicht einmal das Papier wert, auf dem er geschrieben wurde." Der Tourismusgewerkschafter forderte erneut einen schrittweisen Ausstieg aus der Saisonierlösung. Kaske hoffte, dass der touristische Arbeitsmarkt auch im Jahr 2003 stabil bleibt: "Das hängt von attraktiven Angeboten genauso ab wie von der Konjunktur in Österreich und Deutschland und dem was uns das Jahr für die Weltpolitik bringt. Hoffen wir alle, dass es friedlich bleibt."

2003 werde auf alle Fälle wieder neue Chancen für die ArbeitnehmerInnen im Gesundheits- und Pflegebereich bringen, versicherte der HGPD-Vorsitzende. ArbeiterInnen aus dem Bereich der sozialen Dienste - HeimhelferInnen, PensionistenklubbetreuerInnen etc. - gehören der Dienstleistergewerkschaft an. Durch die demographischen Entwicklungen gibt es in diesen Bereichen große Beschäftigungschancen. Kaske: "Hier müssen aber noch zentrale Fragen geklärt werden. Die Kolleginnen, meist sind es Frauen, brauchen Aus-und Weiterbildung und es muss endlich einen einheitlichen Kollektivvertrag für diese wichtigen Berufe geben." Auch seien Neuregelungen beim Pflegegeld angebracht.

"Wir müssen Chancen und Gefahren der EU-Osterweiterung gemeinsam erkennen", meinte der HGPD-Vorsitzende zur Verantwortung von Regierung und Gewerkschaften. Er hält Übergangsfristen am Arbeitsmarkt für unbedingt notwendig: "Jetzt geht es darum, den Menschen die Angst zu nehmen." (kk)

ÖGB, 3. Jänner 2003 Nr. 004

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