"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Den Krieg beim Namen nennen (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 31.12.2002

Klagenfurt (OTS) - Das Regime Saddam Husseins ist eine klaffende Wunde, auf die die freie Welt im Sinne des irakischen Volkes und aus Gründen der eigenen Sicherheit eine Antwort wird finden müssen. Die USA haben sich die Antwort schon gegeben: Präsident Bush setzt auf den Präventivkrieg. Die Flüchtlingslager sind in Planung, die größten Lazarettschiffe der Welt sind auf Kurs, die Kinder lernen hinter der Gasmakse zu atmen, die Produktion der lebensgroßen Plastiksäcke für die Reste der Soldaten läuft.

Die Medien sind voll von den Aufmarschplänen, von Spekulationen darüber, wann´s "endlich" beginnt und wie lange es dauert. Die Diskussionen darüber, ob Bush die UNO überhaupt noch braucht, ob das Völkerrecht noch relevant ist, sind doch längst schon verstummt. Alle reden bereits über den Krieg, als wäre er unausweichlich gottgewollt. Wer heute über Alternativen zum Krieg laut nachdenkt und zumindest dieses Denken fordert, macht sich da lächerlich und dort verdächtig.

Das neue Jahr, dessen Zeichen alle auf Sturm stehen, beginnt morgen wie zum Hohn mit einem "Weltfriedenstag". Doch allem Hohn zum Trotz werden viele Menschen für den Frieden öffentlich auftreten und beten. Darin liegt mehr Realitätssinn als in aller Kriegstreiberei. Ihr Tun nennt diesen Krieg beim Namen: Ein "immenser Unrechtsakt".

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