Euro - bedingte Preissteigerungen in Österreich

Wie der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Wim Duisenberg nunmehr zugestanden hat, kam es im Zuge der Euro-Bargeldeinführung doch zu einem "gewissen Anstieg von Preisen". "Die Europäische Zentralbank bemerkt reichlich spät, was für jeden österreichischen Verbraucher seit längerem offenkundig ist" empört sich Konsumentenschutzminister Böhmdorfer.

Insgesamt habe, so der Präsident der EZB, die EURO-Bargeldeinführung zwar nur bis höchstens 0,2 Prozentpunkte zur Inflation beigetragen. In einigen Bereichen des Einzelhandels und in der Gastronomie habe es aber überdurchschnittliche Preissteigerungen gegeben. Dies habe bei Verbrauchern, die sich bei der Beurteilung der Preisentwicklung naheliegender Weise an den Gütern des täglichen Gebrauchs orientieren, den Eindruck massiver EURO-bedingter Preissteigerungen hervorgerufen.

Diese späte Einsicht der EZB ist umso erstaunlicher, als in Österreich die gleiche Entwicklung bereits Ende Juni 2002 in einem Bericht der Euro-Preiskommission festgestellt wurde. Auch in Österreich kam es vor allem in der Gastronomie sowie bei wesentlichen Gütern des täglichen Bedarfes (Treibstoffe, Gemüse, Obst und Fleisch) bis zur Jahreswende 2001/2002 und auch während des abgelaufenen Jahres zu überdurchschnittlichen Preissteigerungen.

Für besondere Empörung sorgte das Verhalten der Raiffeissenlandesbank NÖ-Wien. Diese wollte aus Anlass des mit der EURO-Einführung zusammenhängenden Verbotes, für Bankomatbehebungen im europäischen Ausland höhere Gebühren als im Inland zu verlangen, ganz einfach für Bankomatbehebungen im Inland massive Gebühren einführen. Diese auf breites Unverständnis stoßende Absicht konnte zwar - nicht zuletzt durch den energischen Einsatz von Konsumentenschutzminister Böhmdorfer - unterbunden werden. Geblieben ist bei den österreichischen KonsumentInnen die Bestätigung ihres Eindruckes, auf Grund der EURO-Einführung zur Kasse gebeten zu werden.

"Befremdlich ist für mich vor allem auch der Zeitpunkt der Erklärung des EZB-Präsidenten," kritisiert Böhmdörfer. Offensichtlich habe man das Weihnachtsgeschäft nicht stören wollen und auf den allgemeinen Weihnachtsfrieden gehofft. "Die österreichischen KonsumentInnen können aber sicher sein, dass ich auch in Zukunft die Preisgestaltung der österreichischen Wirtschaft genau im Auge behalten werde", verspricht Böhmdorfer.

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