"Kleine Zeitung" Kommentar: "Freikauf" (Von Helena Wallner)

Ausgabe vom 27.12.2002

Graz (OTS) - Menschen mit Behinderung werden in vielen Bereichen noch immer diskriminiert, darum werde alles daran gesetzt, um Barrieren abzubauen, heißt es verheißungsvoll im VP-Lager. Noch-Sozialminister Herbert Haupt steuert auch sein Scherflein bei und philosophiert, dass hierzulande die Bilder, die sich die Gesellschaft von den Behinderten mache, stark von Vorurteilen und Mitleid geprägt seien.

Die SP-Opposition ringt sich zur Erkenntnis durch, dass es für Menschen mit Behinderung wichtig sei, ein selbstständiges Leben zu führen. Und der Staatsbürger fragt sich, warum um alles in der Welt diese Missstände nicht schon längst ausgeräumt worden sind.

Dass es so herzzereißend tönt, hängt wohl mit dem Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung zusammen, das uns 2003 ins Haus steht. Aber in einem Land, in dem man sich von den Pflichtarbeitsplätzen für Behinderte mit einer Ausgleichstaxe frei kaufen kann, sollte man keine zu großen Hoffnungen hegen. Schon gar nicht, wenn die öffentlichen Stellen mit schlechtem Beispiel voran gehen.

PS: Vieles wird 2003 teurer, der Freikauf von Behinderten-Arbeitsplätzen bleibt mit 196,22 Euro ein wahres Schnäppchen. ****

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