"Neues Volksblatt" Kommentar: "Bezeichnend" (Von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 23. Dezember 2002

LINZ (OTS) - Seit das Innenministerium, das über Jahrzehnte
hinweg in roten Händen war, vom schwarzen Minister Ernst Strasser geleitet wird, gibt es bei Postenbesetzungen ständig Aufregung. Obwohl bei der jüngsten Rochade, bei der es um die Neubesetzung von 56 Posten ging, auf der ersten Führungsebene von vier Spitzenmännern drei der SPÖ angehören, ist der Aufschrei der Sozialdemokraten diesmal besonders groß. Wiens Bürgermeister Michael Häupl droht gar mit dem Abbruch von Sondierungsgesprächen, weil sein "General" ; Hierarchieebene sechs R ausgetauscht wurde. Obwohl seine neue Verwendung nicht die Schlechteste ist, macht die SPÖ ihrem 39. NR-Kandidaten auf der Bundesliste die Mauer. Noch bevor es eine schwarz-rote Koalition überhaupt gibt, droht sie schon zu scheitern.
Dass Reformen, vielfach personelle Konsequenzen nach sich ziehen, ist eine grundlegende Sache. Die Frage, die sich nun aufdrängt ist, ob General
Schnabl an seinem Platz wirklich unersetzlich ist, oder ob die SPÖ nur fieberhaft nach Gründen sucht, um sich aus einer Regierungsverantwortung herausschwindeln zu können. Zweieinhalb Jahre lang zu lamentieren, dass die schwarz-blaue Regierung ein Ende haben müsse, und dann nicht bereit zu sein, selbst Verantwortung zu übernehmen, ist jedenfalls auch bezeichnend.

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