FSG: Skandalöses ORF-Interview von Khol

Überparteilichen Gewerkschaftsbund mit Knittelfeld zu vergleichen ist ein Skandal

Wien (FSG). "Das heutige Interview des gestern angelobten Nationalratspräsidenten Andreas Khol ist ein einziger Skandal", stellte die Bundessekretärin der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB, Roswitha Bachner, in einer ersten Reaktion zu den Äußerungen von Andreas Khol im heutigen ORF-Hörfunk im "Journal zu Gast" fest. Die Österreichische Gewerkschaftsbewegung mit den FPÖ-Rebellen von Knittelfeld zu vergleichen, ist ein Fauxpas der Sonderklasse, so Bachner weiter. ++++

Es ist beschämend für Österreich, dass schon einen Tag nach der Angelobung der neue Nationalratspräsident seine Zunge nicht im Zaum halten kann. Obwohl er gestern versprach "staatstragend" sein zu wollen, obwohl er sich in einem Zeitungsinterview für seine Worte, dass er froh sei, dass "nicht mehr ständig die roten G'frieser aus dem Fernseher rinnen" entschuldigte, leistete sich der neue Nationalratspräsident schon heute wieder einen unverzeihlichen Ausrutscher. Zu sagen, dass SPÖ-Chef Gusenbauer für Reformen bereit sei, aber die Gewerkschaften und die Basis nicht mitgehen und dass es daher "überall ein Knittelfeld" gibt, ist eine Wortwahl aus der untersten Schublade.

Bachner: "Es ist höchst bedenklich, dass einer der höchsten Staatsmänner in Österreich ungeniert die Österreichische Gewerkschaftsbewegung mit den freiheitlichen Rebellen von Knittelfeld vergleicht." Dort wurde nämlich der Grundstein für vorzeitige Neuwahlen gelegt, die den ÖsterreicherInnen viel Geld kosteten. Die FSG-Bundessekretärin wies daher strikt diesen Vergleich zurück und betonte, dass sich der ÖGB immer an die demokratiepolitischen Spielregeln gehalten hat.

Mit diesen Aussagen legte der erster Nationalratspräsident ein skandalöses Verhalten an den Tag, das durch nichts zu entschuldigen ist. Herr Khol soll zuerst mit der Geschichte der Österreichischen Gewerkschaftsbewegung beschäftigen. Dort wird er sehr schnell fündig werden und nachlesen können, dass der ÖGB sehr wesentlich am Wiederaufbau Österreichs mitgewirkt hat und es zu den Grundsätzen der Gewerkschaftsbewegung gehört, dass sie überparteilich ist. "Den ÖGB mit den FPÖ-Rebellen von Knittelfeld zu vergleichen, ist ein riesiger Skandal", stellte Bachner abschließend fest. (ew)

FSG, 22. Dezember 2002 Nr. 123

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