"Kleine Zeitung" Kommentar: "Brutalo und Softie" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 20.12.2002

Graz (OTS) - Die nur noch achtzehn Abgeordneten der FPÖ haben bei ihrer gestrigen ersten Sitzung eine ziemlich harte Klärung der Verhältnisse vorgenommen.

Ein Teil der Parteiführung wollte Herbert Scheibner zum Dritten Nationalratspräsidenten machen, um damit ein politisches und menschliches Problem zu lösen. Der Posten hätte es Scheibner ermöglichen sollen, sich nebenbei eine berufliche Existenz außerhalb der Politik aufzubauen.

Scheibner ist das Opfer seiner Unentschlossenheit und seines Taktierens geworden. In den unsäglichen FPÖ-internen Konflikten der letzten Monate wollte er sich nie exponieren, nie das Risiko eingehen, einmal auf der falschen Seite zu stehen, bis er letztendlich für nichts mehr stand und niemandes Mann mehr war.

Dem milden Softie Scheibner stand in Thomas Prinzhorn ein Brutalo gegenüber, der sich auch geschickt auf die jeweils richtige Seite schlägt und dem es in der Politik um nichts anderes geht als um seine eigenen Interessen, der es aber gewohnt ist, diese mit aller Entschlossenheit durchzusetzen.

Damit hat sich Prinzhorn nun wieder auf einem Platz untergebracht, auf dem er aber für die FPÖ relativ "sicher" ist. ****

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
redaktion@kleinezeitung.at
http://www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ0001