"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Gold und Erdöl im Hoch (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 20.12.2002

Klagenfurt (OTS) - Gold und Erdöl haben eines gemeinsam: Sie erzielen zurzeit weltweit Höchstpreise. Der Philharmoniker boomt und die Autofahrer fluchen. Das weist auf Krieg hin. Denn Gold und Öl sind die Seismographen in der weltpolitischen Tektonik.

Wie zu Midas Zeiten, gilt Gold noch immer - gar nichts hat sich verändert - als die sicherste Anlage, wenn die Welt ringsum zur unsichersten Welt geworden ist. Wenn die Anleger ins Gold flüchten, müssen die Soldaten an die Front. Genau da stehen wir jetzt.

Und was den Ölpreis betrifft, so gerät dieser zurzeit aus mehreren Gründen aus dem Ruder. Die Gründe heißen Irak, Tankerunglück, leere Lager und hohe Inlandsnachfrage in den USA, und vor allem der "Öl-Streik" in Venezuela, einem der größten Lieferanten für die USA. Schon wird daran gedacht, die Hähne zu den strategischen Reserven aufzudrehen.

Die Folgekosten aus der unproduktiven Flucht ins Gold und den extrem hohen Ölpreisen, bis hin zu einem echten Mangel, sind bereits jene Kosten, die wir alle für den Irak-Krieg heute schon zahlen. Einer Konjunkturbelebung ist dies alles jedenfalls nicht dienlich. Krieg im Irak, Streik in Venezuela, Tankerunglück vor Spanien - wir sind immer ganz konkret betroffen. Die Folgen holen uns überall ein.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
ktzredaktion@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001