Neue Eurobarometer-Studie: Ein Jahr nach der Euro-Einführung

Wien/Brüssel (OTS) - Knapp ein Jahr nach der Einführung der Euro-Banknoten und -Münzen ist die Gemeinschaftswährung aus dem Alltag der europäischen Bürger nicht mehr wegzudenken. Der Großteil der Europäer ist mit der neuen Währung zufrieden und kommt mit den Euro-Banknoten und -Münzen gut zurecht. Dies belegt eine Eurobarometer-Umfrage, die im Auftrag der Kommissson im November 2002 in den Ländern der Eurozone durchgeführt und heute erstmals präsentiert wurde****

EINIGE ERGEBNISSE IM ÜBERBLICK

Allgemeine Einstellung zum Euro

Gemäß der aktuellen Eurobarometer-Studie hat sich die überwiegende Mehrheit der Menschen rasch an das Euro-Bargeld gewöhnt: 92,8% empfinden den Umgang mit den neuen Banknoten, 68,8% den Umgang mit den neuen Münzen als einfach. Die Werte für Österreich liegen etwas unter dem europäischen Durschnitt: 89,5 Prozent der Befragten bezeichnen das Zahlen mit Euro-Banknoten als einfach, 66 % geben dies auch für die Handhabung der Euro-Münzen an. Auch das Vertrauen in den Euro als bedeutende internationale Währung ist bereits im ersten Jahr beachtlich: 66,8% der Befragten geben an, dass der Euro bald die selbe Bedeutung als internationale Währung haben wird, wie der Dollar. In Österreich sind es sogar 68%, die davon überzeugt sind.

Verwendung des Euro außerhalb des Eurogebietes

Ein weitere positive Entwicklung, die in den Umfrageergebnissen zum Ausdruck kommt, betrifft die Verwendung des Euro außerhalb des Eurogebietes: Laut Eurobarometer geben 53% der Befragten an (Österreich: 57,3%), beim Verlassen des Eurogebiets Euro-Bargeld mit sich zu führen, gegenüber 16% (Österreich: 15%), die bei dieser Gelegenheit den US-Dollar vorziehen. Diese intensive Verwendung des Euro auch außerhalb der Eurozone hat dazu beigetragen, dass die europäische Gemeinschaftswährung auch in den drei nicht der Währungsunion angehörenden Mitgliedstaaten (DK, S, und UK) und in den zwölf Beitrittsländern akzeptiert wird. In bestimmten Gebieten des Balkans, wie in Montenegro und Kosovo, ist der Euro de facto Landeswährung und ersetzt häufig die alte D-Mark, darüberhinaus wird der Euro auch in vielen Touristengebieten weltweit als Zahlungsmittel akzeptiert.

Einstellung zur doppelten Preisauszeichnung

Die jüngste Eurobarometer-Umfrage bestätigt jedoch auch, dass sich die "psychologische" Euro-Umstellung langsam vollzieht und bei weitem noch nicht abgeschlossen ist: zwar rechnen 42,2% der Verbraucher bereits hauptsächlich in Euro (Österreich 38,7%), doch bei großen Ausgaben (z. B. Haus- oder Autokauf) fällt dieser Prozentsatz auf 12,5% (Österreich: 6,3%), d.h. die meisten Bürger rechnen bei derartigen Großausgaben nach wie vor in ihrer "alten" Währung. Was die doppelte Preisauszeichnung betrifft, so spricht sich in der Eurozone eine knappe Mehrheit von 50,6% (Österreich: 62%) für ein Auslaufen der Preisangaben in alter und neuer Währung aus, während 47,2% (Österreich: 33,4%) der Befragten die doppelte Preisauszeichnung beibehalten möchten.

Angesichts der Tatsache, dass die ständige doppelte Preisangabe die "psychologische" Euro-Umstellung erschwert, empfiehlt die Europäische Kommission in Abstimmung mit Eurocommerce (Vertretung des Handels gegenüber den EU-Institutionen), die doppelte Preisauszeichnung schrittweise auslaufen zu lassen und bis spätestens 30. Juni 2003 ganz zurückzunehmen.

Ist der Euro ein "Teuro"?

Laut Eurobarometer verbindet eine überwiegende Mehrheit der Bürger (Eurozone: 84,4%, Österreich: 84, 1%) die Währungsumstellung mit einem deutlichen Preisanstieg. Dieses Empfinden läßt sich allerdings nicht durch Fakten belegen. So ergibt eine ausführliche statistische Analyse der Preisentwicklung auf der Grundlage des harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI), dass sich die Preise mit der Euro-Einführung nur um 0,0 bis 0,20% verändert haben. Es gibt aber in diesem Jahr eine ungewöhnlich große Diskrepanz zwischen der "gefühlten" und der gemessenen Inflation. Das lässt sich darauf zurückführen, dass bei einigen häufig gekauften Waren und Dienstleistungen, die für die Bildung der Wahrnehmung der Verbraucher ausschlaggebend sind, deutlichere Preiserhöhungen festgestellt worden sind.

EU-Kommissar Solbes: Währungsumstellung markiert Anfang einer neuen Ära

Bei der heutigen Präsentation der Eurobarometer-Ergebnisse betonte der für Wirtschaft und Finanzen zuständige EU-Kommissar Pedro Solbes, dass die erfolgreiche Währungsumstellung den Anfang einer neuen Ära für Europa markiere: "Oberste Priorität hat nun die Modernisierung der europäischen Volkswirtschaften, um eine wirtschaftlich prosperierende Union zu gestalten, von der alle Bürger profitieren". Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar David Byrne erklärte: "Alles in allem kommen die Verbraucher gut mit der neuen Währung zurecht. Probleme gibt es aber nach wie vor. Daher werden wir alles daransetzen, damit der Euro "im Kopf" genauso greifbar für uns wird wie der Euro "im Portemonnaie".

Eurobarometer-Studie im Internet

Die gesamte Eurobarometerumfrage (Flash EB 139) sowie die Mitteilung der Kommission "Die Einführung der Euro-Banknoten und -Münzen - Bilanz des ersten Jahres", die u.a. auch die Ergebnisse der aktuellen Eurobarometer-Umfrage analysiert, sind unter der Internet-Adresse
http://europa.eu.int/comm/press_room/presspacks/euro/pp_euro_en.html
abzurufen.

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