"Kleine Zeitung" Kommentar: "Abschreckung" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 18.12.2002

Graz (OTS) - Der "Kassasturz" war eine effektvolle
Selbstdarstellung des Finanzministers und seines Staatssekretärs. Neuigkeiten, die den Sozialdemokraten bei der Entscheidung, ob sie in die Regierung gehen sollen, helfen könnten, enthielt er jedoch nicht.

Wenn Alfred Finz meinte, das Zahlenwerk könne für die SPÖ kein Hindernis sein, sich an einer Regierung zu beteiligen, kann er das nur formal gemeint haben. Gusenbauer und die Seinen haben nun nicht mehr den Vorwand, sie würden die Zahlen nicht kennen.

Was sich aber hinter den Zahlen verbirgt, müsste die SPÖ geradezu davon abschrecken, jetzt mitregieren zu wollen.

Allein Grassers Aufzählung der größten "Kostentreiber" muss sich für die SPÖ wie eine Drohung mit Horrormaßnahmen anhören: eine weitere Pensionsreform. Kürzungen bei den Beamten (die zur Hälfte die SPÖ wählen) Rationalisierungen und weitere Selbstbehalte im Gesundheitswesen. Und schließlich Reformen bei der Bahn (wo die SPÖ überhaupt ihr treuestes Publikum hat).

In einer Regierung als Juniorpartner könnte die SPÖ nur der Erfüllungsgehilfe für Sparmaßnahmen werden, gegen die alles Bisherige harmlos gewesen ist. ****

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
redaktion@kleinezeitung.at
http://www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ0001