"Neues Volksblatt" Kommentar: "Grün-Larifari" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 18. Dezember 2002

Linz (OTS) - =

Was die Grünen derzeit in Sachen
Regierungsbeteiligung abliefern, gibt sie der politischen Lächerlichkeit preis. Ja, man sei bereit zu Regierungsverhandlungen. Nein, keine Verhandlungen, so lange die ÖVP-Gespräche mit der FPÖ nicht gescheitert sind. Nur dann soll Passus eins (Ja) in Kraft treten. Und thematische Sachgespräche werden auch erst dann geführt. Der Hintergrund dieses grünen Polit-Larifaris: Alexander Van der Bellen hat Angst vor der eigenen Courage, die ihm von den Fundis in seiner Partei offenbar schon abgedreht wurde, ehe überhaupt noch etwas Ernsthaftes passieren konnte. Wer nicht einmal bereit ist, seine sachspezifischen Vorstellungen auf der Basis von Untergruppen einzubringen, schließt sich schließlich selbst vom politischen Gestaltungsprozess aus. Und: Das Warten auf ein Scheitern der ÖVP-FPÖ-Gespräche dient letztlich nur dem Zeitgewinn - zur innerparteilichen Beruhigung und Verhinderung eines grünen Knittelfelds. Umgekehrt gedacht verzögert jeder, der in der jetzigen Situation einfach nur auf Abwarten setzt, den Regierungsfindungsprozess - in der Regel nicht das, was sich Wählerinnen und Wähler wünschen. Wer sich selbst nicht als Alternative präsentiert, gerät in Gefahr zum freiheitlichen Steigbügelhalter zu geraten.

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