"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Landesgeldbörse schlägt viele Lecks (von Michaela Geistler)

Ausgabe vom 18.12.2002

Klagenfurt (OTS) - Eventmanagern soll man nicht das Budget überlassen. Bei allem Respekt vor der Komplexität der nebelverhangenen Materie: die zuletzt offenbarten Kalkulationsausritte der Kärntner "Ja-Sager" an der Spitze des Landes dürfen nicht wahr sein.

Da wurden im Jahr 2000 großartig Anteile der Kärntner Energieholding an den Stromriesen RWE "entsorgt", um Geld zu lukrieren - nebenbei bemerkt gegen Anti-Atom-Proteste der Umweltschutzorganisationen. Was passiert jetzt: Die von der Verbundtochter Austrian Hydro Power garantierten Dividenden sind ausgeblieben. Jetzt muss erst wieder das Land einspringen.

Sieht so Privatisierung aus: Verscherbeln und potenziertes Draufzahlen? Ebenfalls nicht einkalkuliert wurden die Abgänge bei der Bundfinanzierung im Bereich der Krankenanstalten. Aber wir habens dick in der Landesbrieftasche, Events sind leistbar.

Vielleicht wäre es an der Zeit, einen buchhalterisch versierten Budgetassistenten zu installieren, damit den Kärntnern nicht noch mehr Geld flöten geht. Inzwischen pfeift dieses Land schon dermaßen aus dem letzten Loch, dass es sich seit rund zwei Jahren nicht leisten kann, das dem entwicklungspolitischen Beirat zugesicherte Geld für humanitäre Hilfe auszuzahlen. Es handelt sich dabei übrigens - Daumen mal Pi - um einen Bruchteil des Budgets.

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