ÖGB-NÖ-Bogath zur Pensionsreform: Weitere Benachteiligungen von Frauen

Wien (ÖGB-NÖ). "Keine Gedanken über die Frauen dürften sich die Experten bei den Vorschlägen der Pensionsreformkommission gemacht haben." Zu diesem Schluss kommt ÖGB-NÖ Frauenvorsitzende KR Christa Bogath nach Betrachtung der präsentierten Vorschläge.++++

"Die Ausweitung des Durchrechnungszeitraumes von 15 auf 45 Jahre ohne entsprechende Ausgleichsmaßnahmen hätte für viele Frauen massive Folgen. Durch die Kinderbetreuung sind ein Großteil der Frauen längere Zeit nur teilbeschäftigt und haben somit mit gravierenden Einschnitten zu rechnen. Die Folgen für viele Frauen gegenüber den derzeit gültigen Bestimmungen wären Kürzungen um bis zu 50 Prozent!", so Bogath weiter.

Mit einem klaren Nein zur Zustimmung einer vorzeitigen Anhebung des Pensionsantrittsalters vor dem fixierten Termin 2019 und zur Bestrafung kinderloser Familien durch höhere Pensionsbeiträge, unterstreicht die ÖGB-NÖ Frauenvorsitzende den Kurs des ÖGB.

"Eine verbesserte Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten, sowie der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger werden zwar begrüßt, sind aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein im Gegensatz zu den geplanten Verschlechterungen vor allem für Frauen!", so Bogath. Weitaus wichtiger wäre die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für berufstätige Mütter, als Beispiel nennt sie dabei mehr und leistbare Kinderbetreuungsplätze sowie Maßnahmen zur partnerschaftlichen Teilung der Betreuungsarbeit. Der ÖGB-NÖ Frauenausschuss kommt daher zu dem Schluss, dass man zuerst die Hausaufgaben erledigen sollte bevor man neue Reformen in Angriff nimmt. Außerdem sollte man dabei bedenken, dass Frauen oft durch die Doppelrolle Beruf und Familie nur teilzeit- oder geringfügig beschäftigt sind und diese Vorschläge der Pensionsreformkommission zu weiteren Benachteiligungen führen würden.

ÖGB, 17. Dezember 2002
Nr. 960

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