- 17.12.2002, 13:28:05
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Mitterlehner: "68 % der Betriebe fühlen sich über Abfertigung Neu gut informiert"
Studie der Wirtschaftskammer zeigt Informationsbedarf bei Angeboten der Mitarbeitervorsorgekassen - Entscheidungen müssen nicht übereilt getroffen werden
Wien (PWK922) - "Von übereilten Entscheidungen ist abzuraten",
fasste heute, Dienstag, Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär-Stv.
der Wirtschaftskammer Österreich, in einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit Karl Bruckner, Vorsitzender des Fachsenats für
Steuerrecht der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, den
Vorbereitungsstand zur Abfertigung Neu zusammen. "Auch wenn sich bis
heute erst 18 % entschieden haben, welche Mitarbeitervorsorgekasse
sie wählen, sind unsere Unternehmen auf die Abfertigung Neu gut
vorbereitet", bezog sich Mitterlehner auf die Ergebnisse einer im
Auftrag der Wirtschaftskammer erstellten Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts market, wonach 68 % der befragten
Unternehmen angaben, über die Neuregelungen sehr gut bis gut
informiert zu sein. Auf die Fristen für Entscheidungen angesprochen
hielt Bruckner fest: "Eine Kasse muss erst ausgewählt sein, wenn neue
Mitarbeiter eingestellt werden oder bestehende Arbeitsverhältnisse
wechseln. Da der erste Monat beitragsfrei ist, ist ein Beitrag
erstmalig am 15. März fällig." Und sollte auch bis dahin keine Lösung
gefunden worden sein, so wird das Geld auf dem Konto der
Gebietskrankenkasse zwischengeparkt. Bruckner weiters: "Auch die
Entscheidung zur steuerfreien Auflösung von
Abfertigungs-Rückstellungen muss erst bei Abgabe der Steuererklärung
erfolgen. Das kann für das Jahr 2002 bis März 2004 erfolgen."
Nachbesserungsbedarf sieht Mitterlehner für die Aktienquote beim
Zukunftsvorsorgemodell für Unternehmer. "Sie soll auf 40 % gesenkt
werden, um die Performance auch in Zeiten stagnierender Aktienkurse
erzielen zu können."
Laut Umfrage der Wirtschaftskammer ist die Akzeptanz für die
Neuregelung unter den heimischen Betrieben stark gestiegen. 47 %
sehen heute positive Effekte in der Abfertigung Neu, im Jahr 2001
waren es erst 31 %. Knapp zwei Drittel (61 %) sind mit der
Neuregelung zufrieden. Dennoch herrscht derzeit eher geringe
Bereitschaft für den Wechsel ins neue Abfertigungssystem.
Mitterlehner: "Nur ein Fünftel plant derzeit den Umstieg. Doch
hochgerechnet und unter Berücksichtigung der jährlich rund 400.000
neuen Dienstverhältnisse, werden bis Ende 2004 die Hälfte der
Dienstverhältnisse, sprich rund 1,5 Mio. Arbeitnehmer im neuen System
sein."
Was die Form des Wechsels in das neue System betrifft, bevorzugen die
Unternehmen derzeit die Übertragungsvariante. Mitterlehner: "50 % der
wechselbereiten Unternehmen wollen die Variante des Vollübertritts
wählen. Nur 25 % entscheiden sich derzeit für das Einfrieren der
Alt-Anwartschaften." Die Wirtschaftskammer sieht darin eine
Bestätigung für den hohen Flexibilitätsgrad der Neuregelung, da mit
dem Vollübertritt alle Verpflichtungen des Unternehmens erfüllt sind.
Für eine sorgfältige Prüfung der Option des Auflösens von
Abfertigungs-Rückstellungen sprach sich Bruckner aus. Derzeit
tendieren einige Betriebe zum Nicht-Auflösen, ein Großteil ist noch
unentschieden. Als Faustregel für die steuerfreie Auflösung nennt
Bruckner zwei Kriterien: "Die Auflösung empfiehlt sich wenn im
Folgejahr viele Übertragungen geplant sind oder wenn im Betrieb hohe
Fluktuation besteht." Die Möglichkeit zur steuerfreien Auflösung der
gesamten Abfertigungsrückstellungen besteht für die Wirtschaftsjahre
2002 und 2003 und muss in den jeweiligen Steuererklärungen geltend
gemacht werden. (AB)
Die geringe Entscheidung für eine Mitarbeitervorsorgekasse führt
Mitterlehner auch auf die wettbewerbsbedingten wechselnden
Konditionen zurück. "Hier appellieren wir an die
Mitarbeitervorsorgekassen die heute günstigeren Konditionen auch
jenen Unternehmen zukommen zu lassen, die sich schon sehr früh für
eine Kasse entschieden haben. Für Neuabschlüsse empfehlen wir unseren
Mitgliedsbetrieben eine entsprechende ‚Bestklausel‘ in ihren Vertrag
aufzunehmen."
Dass sich 68% der Unternehmen generell über die Bestimmungen
informiert fühlen, führen Mitterlehner und Bruckner auch auf die
intensive Kooperation zwischen Wirtschaftskammer und Kammer der
Wirtschaftstreuhänder im Informationsbereich zurück. Als neuestes
Informationsprodukt präsentierte Mitterlehner ein Programm das als
Entscheidungshilfe für den Umstieg ins neue System dient. Die CD-ROM
kann via Internet unter wko.at/abfertigungneu oder direkt bei der
Wirtschaftskammer Österreich (Tel. 0800221220) bestellt werden.
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Dr. Alexander Biach
Tel.: (++43-1) 50105-4364
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