Faymann: Ab 2003 Gebietsbetreuung für jeden Bezirk

2002 hat die Stadt den Bau von 5.012 Wohnungen gefördert

Wien (OTS) - "Ein intaktes Wohnumfeld ist eine Grundvoraussetzung für hohe Lebensqualität. Die Gebietsbetreuungen in Wien sorgen dafür, dass diese Grundvoraussetzung erfüllt wird. Ihr Tätigkeitsfeld reicht von Sanierungs- und Mieterbetreuung über Mediation bei Nachbarschaftsproblemen bis zu Tipps für Hofbegrünungen. Die Gebietsbetreuungen stellen aber auch für die Stadt ein wichtiges Sensorium für die Wünsche und Erwartungen der MieterInnen dar. Auf diese Weise erfährt die Stadt aus erster Hand, wo den Bürgern der Schuh drückt, um darauf entsprechend reagieren zu können. Mit der flächendeckenden Ausweitung des Einsatzgebiets der Gebietsbetreuungen auf ganz Wien mit Jänner 2003 haben nun alle Wienerinnen und Wiener die Möglichkeit, das kostenlose Service der Gebietsbetreuungen in Anspruch zu nehmen", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann im Rahmen des Mediengespräches von Bürgermeister Dr. Michael Häupl.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1974 haben sich die Gebietsbetreuungen zu einer anerkannten und geschätzten Institution entwickelt. 1999 wurde deren Tätigkeitsfeld auch auf den Gemeindebausektor ausgeweitet, im kommenden Jahr werden sämtliche Bezirke von den 120 Mitarbeiterinnen der Gebietsbetreuungen versorgt.

Um diese verbesserte Betreuung der Mieterinnen und Mieter zu gewährleisten, wurde im Frühjahr 2002 von der MA 25 eine europaweite Ausschreibung gestartet. Um diese flächendeckende Betreuung finanziell zu gewährleisten, wurde das Budget 2003 der Gebietsbetreuungen um 22 Prozent von 4,647 Millionen Euro auf insgesamt 5,692 Millionen Euro erhöht. Ab 1. Jänner 2003 ist die flächendeckenden Versorgung Wiens durch insgesamt 18 Gebietsbetreuungen gewährleistet. Damit ist der vorerst letzte Schritt des Ausbauplans umgesetzt worden.****

Die Gebietsbetreuungen - eine Erfolgsgeschichte

Vor 28 Jahren wurde die Gebietsbetreuung in Wien gestartet. Sie wurden ursprünglich dazu eingerichtet, die Bevölkerung bei großen Sanierungsprojekten darüber zu informieren, was in ihrem "Grätzel" geplant ist. Darüber hinaus bieten die Gebietsbetreuungen Beratung und Hilfestellungen bei Problemen im unmittelbaren Lebensbereich. Neben der ursprünglichen Aufgabe der Beratung bei Wohnhaus - und Blocksanierung helfen die Architekten, Sozialarbeiter, Bautechniker, Juristen, Sozialarbeiter und Raumplaner mit der Zeit auch Hilfestellungen und Beratung bei Spekulationshäusern, bei der Dach-und Hofbegrünung, bei Fragen des Mietrechts übernommen. Die Gebietsbetreuungen sind ein willkommener Ansprechpartner bei der Erstellung der Flächenwidmungs- und Bebauungspläne geworden. Sie informieren über Förderungsmöglichkeiten für Mieter und haben sich zu einer effektiven Anlaufstelle für Opfer von Haus- und Wohnungsspekulationen entwickelt.

Ohne die Arbeit der Gebietsbetreuungen wäre die sanfte Sanierung im Wiener Wohnbau bei weitem nicht so erfolgreich wie heute. Im Schnitt wird jede Stunde eine Wohnung mit Wohnbauförderungsmitteln saniert. Alleine in den letzten zehn Jahren sind Wohnhäuser mit insgesamt 100.000 Wohnungen rundumerneuert worden. Diese umfangreiche Stadterneuerung ist deshalb kaum in ihrem wahren Ausmaß wahrzunehmen, weil sie auf eine unspektakuläre Art und Weise durchgeführt wird. Die Mieterinnen und Mieter leben über den gesamten Zeitraum der Sanierung ihres Hauses weiter in ihren Wohnungen. Das bringt enorme Vorteile für die Betroffenen mit sich und hat die sanfte Stadterneuerung Wiens zu einem internationalen Vorbild gemacht. Dennoch ist die Sanierung eines Hauses für die Mieter und Anrainer mit Fragen und Problemen verbunden.

Im Jahr 1999 wurde - in Ergänzung zu dem Leistungsangebot von Wiener Wohnen als Hausverwaltung - für städtische Wohnhausanlagen in ausgewählten Bezirken, die eine besonders große Anzahl von BewohnerInnen in diesen Anlagen aufweisen, ein neues "Vor-Ort-Service der Gebietsbetreuungen" eingerichtet. Dieses Pilotprojekt hat sich als äußerst erfolgreich erweisen, deshalb wurde es systematisch - bis zur Vollversorgung im Jahr 2003 - ausgebaut.

Im Frühjahr 2002 wurde von der MA 25 eine EU-weite Ausschreibung für die Gebietsbetreuung gestartet. Im Sommer 2002 bewertete eine unabhängige Jury die eingereichten Bewerbungen Insgesamt gab es 26 Bewerber für die 18 Aufträge. Die Dauer der Aufträge beträgt drei Jahre.

Was sind die konkreten Verbesserungen gegenüber dem Jahr 2002? o Erweiterung der sogenannten klassischen Gebietsbetreuungseinrichtungen (für Nicht-Gemeindebauten) auch auf den 4. und 9. Bezirk sowie die Angleichung der Öffnungszeiten und des damit verbundenen Serviceangebotes im 3. und 11. Bezirk
o Ausweitung des Serviceangebotes der Gebietsbetreuungen für städtische Wohnhausanlagen auf alle Wiener Bezirke (neu hinzugekommen sind der 1., 4. 8. und 13. Bezirk)
o Verstärkte Mitwirkung bei Gemeinschaftsprojekten bzw. bei Grätzl-und Gebietsmanagementaktivitäten aufgrund der umfassenden Kenntnisse der lokalen Wohnsituation, der Infrastruktur, des Geschäftslebens und des Wohnumfeldes.
o Unterstützung von EU-geförderten Projekten in enger Zusammenarbeit mit dem WWFF (z.B. aktive Mitwirkung beim Grätzelmanagement im Viertel um den Wallensteinplatz und im Volkert- und Alliertenviertel). Ziel ist es auch hier zur Verbesserung der Lebens-, Wirtschafts-, Wohn- und Umweltsituation, der sozialen und kulturellen Infrastruktur in den Gebieten beizutragen. Dies unter Einbeziehung vorhandener Ressourcen und Potentiale in den Grätzeln.

Die einheitlichen Öffnungszeiten der 18 Gebietsbetreuungen ab Jänner 2003:

o Für Gemeindebauten:
Dienstag, Mittwoch jeweils 9 bis 12 Uhr sowie 14 bis
16 Uhr
Donnerstag: 14 bis 19 Uhr
o Für alle sonstigen Wohnhäuser:
Montag, Dienstag, Mittwoch: jeweils 9 bis 12 Uhr sowie
14 bis 16 Uhr
Donnerstag: 14 bis 19 Uhr
Freitag: 9 bis 12 Uhr

Weitergehendere Informationen inklusive Adressen der Gebietsbetreuungen sind im Internet unter
http://www.wien.gv.at/ma25/gebiet.htm abrufbar.

Wohnbauziele 2002 erreicht - 5.012 neue Wohnungen gefördert

Es ist im Jahr 2002 gelungen, die gesetzten Ziele für Neubau, Sanierung und Förderung auch tatsächlich zu erreichen. 5.012 neue Wohnungen wurden im heurigen Jahr von der Stadt gefördert. Mit insgesamt 273 Millionen Euro fördert die Stadt die Errichtung dieser Wohnprojekte. Konkret handelt es sich um 559 Eigentumswohnungen, 315 Eigenheime, 142 Kleingartenwohnhäuser, 229 Heimplätze und 3.767 Mietwohnungen.

Insgesamt 177 Millionen Euro hat die Stadt heuer dafür aufgewendet, die Sanierung von Wohnhäusern, die "in den Jahre gekommen sind" zu fördern. Derzeit ist die Wohnhaussanierung auf Rekordkurs. Konkret sind 414 Wohnhäuser mit mehr als 24.000 Wohnungen gerade im Sanierungsstadium. (Schluss) gmp

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