Industrie: Nationaler Forschungsplan ist Meilenstein

IV und Bundessparte Industrie in der WKÖ begrüßen den heute vorgestellten nationalen Forschungsplan - Koordination von Bund-Länder-Initiativen notwendig - Ministerienstruktur verbessern -Rat für Forschung & Technologieentwicklung muss gestärkt werden

Wien (PdI) Die Bundessparte Industrie (BSI) in der WKÖ und die Industriellenvereinigung (IV) begrüßen den heute vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung vorgestellten Nationalen Forschungs- und Innovationsplan als Meilenstein auf dem Weg zu einer wettbewerbsfähigen Forschungslandschaft in Österreich.

Der Rat für F & Te hat die großen Herausforderungen für den Innovations- und damit Wirtschaftsstandort Österreich richtig erkannt: Nachhaltige, gesicherte Finanzierung, Konzentration auf Excellence und die besten Köpfe sowie schlanke und effiziente Strukturen. Der besondere Wert des Nationalen Forschungsplanes liegt darin, dass in ihm aus Expertensicht - unabhängig von der Tagespolitik - eine sachlich richtige und vollständige Analyse des Status quo mit konkreten und praktikablen Empfehlungen gelungen ist. Es fällt allerdings auf, dass der Rat im Wissen um die generellen großen Strukturprobleme in der Forschungs- und Förderlandschaft bei diesen Reformvorschlägen Zurückhaltung übt und sich nur dem FFF ausdrücklich widmet. "Eine Neustrukturierung der Förderungslandschaft mit schlanken Strukturen, die Bündelung der Kräfte nach einer professionellen Evaluierung, müsste eigentlich selbstverständlich sein und sollte in regelmäßigen Zeitabständen erfolgen", betont die Industrie.

Nationalstiftung für langfristige Finanzierung nötig

Der Rat stellt der Innovationspolitik der vergangenen Jahre generell ein gutes Zeugnis aus, mahnt aber auch mutig weitere Schritte ein, die eine nächste Bundesregierung nicht versäumen darf.: "Der wichtigen Schlussfolgerung des Rates, dass die Erreichung des nat. Zieles der 2,5 % des BIP bis 2005 eine jährliche Steigerung der Bundesmittel um 12 % notwendig macht, müssen auch politische Umsetzungsschritte folgen, wenn die Politik ihre Ziele ernsthaft verfolgt. Der nachdrückliche Vorschlag des Rates, eine Nationalstiftung zur mittel- und langfristigen Sicherung der Finanzierung einzurichten, muss endlich auf die politische Agenda kommen und ist schleunigst umzusetzen", erklären dazu die Bundessparte Industrie und Industriellenvereinigung.

Dreh- und Angelpunkt der zukünftigen Entwicklung sind für die Industrie aber die fehlenden Forscher. BSI-Geschäftführer Dr. Wolfgang Damianisch: "Die vom Rat festgestellte Lücke von mehreren hundert zusätzlichen F&E-Arbeitskräften pro Jahr sollte mit allen empfohlenen Mitteln geschlossen werden, sonst läuft Österreich Gefahr, "Forschung ohne Menschen" aufzubauen". Die bessere Abstimmung einzelner Forschungs-, Förderungs- und Beratungsinitiativen auf Bundes- und Länderebene, ein wichtiges Anliegen der Industrie, analysierte der Rat ebenso und schlägt eine stärkere Vernetzung vor.

"Die jetzige Übergangssituation der Regierungsverhandlungen sollte auch dazu genutzt werden, die Forschungsagenden so zu verteilen, dass - ganz im Sinne des Rats und der Industrie - die Zuständigkeiten gebündelt werden", betont IV-Generalsekretär Dkfm. Lorenz Fritz. Beim "Politischen Montag" der Industriellenvereinigung zum Thema Innovation im vergangenen November befürworteten bereits die Vertreter aller politischen Parteien diese Forderung. Zusätzlich tritt die Industrie dafür ein, die Kompetenzen des Rates auszubauen und seine Expertise verstärkt zu nutzen.

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