Tumpel gegen Pendlerbelastung: Schluss mit den Bahnpreiserhöhungen

AK Pendleraktion: Bahn fahren wird ab Jänner empfindlich teurer, vor allem dort, wo der Großteil der Pendler unterwegs ist

Wien (AK) - Ab Jänner 2003 müssen Pendler etwa für die Strecke Bruck an der Leitha nach Wien um 7,40 Euro mehr für eine Bahnmonatskarte zahlen, sagt AK Präsident Herbert Tumpel heute, Freitag, anlässlich des AK Pendleraktionstages. Auf dieser typischen Pendlerentfernung, wo es am teuersten wurde, sind die meisten ArbeitnehmerInnen unterwegs. Seit 2000 zahlen sie auf diesen Strecken um rund 23 Euro mehr. In dieser Zeit haben die ÖBB die Preise vier Mal erhöht. Das ist unfair. Die Pendler müssen entlastet werden:
Daher Schluss mit den Bahnpreiserhöhungen. Was die Pendler schon in den letzten Jahren mehr bezahlt haben, muss ihnen wieder zu Gute kommen: Das Bahnservice muss weiter verbessert werden, mehr Züge und kürzere Intervalle. Außerdem muss das Pendlerpauschale um 30 Prozent erhöht werden, verlangt Tumpel von der nächsten Regierung. Das bringt den Pendlern 36 Millionen Euro als Ausgleich für ihre Mehrkosten für die Arbeitswege.

Pendeln kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld, sagt Tumpel. Die mit 1. Jänner 2003 angekündigten Bahnpreiserhöhungen treffen wieder vor allem die Pendler. Ihre Arbeitswege werden teurer - um bis zu fast 10 Prozent mehr werden die Wochen- und Monatskarten auf Pendlerstrecken kosten. Auf der typischen Pendlerstrecke, wo die meisten Pendler fahren, kostet die Monatkarte um 7,40 Euro (Wien -Bruck an der Leitha) mehr. Gerade für diese Entfernung wurden die Preise seit Jänner 2000 um fast 23 Euro (knapp 35 Prozent) erhöht:
Allein im Jahr 2000 machte die Verteuerung im Jänner um 2,90 Euro mehr aus (+ 4,44 Prozent), die abermalige Erhöhung im Juli um 7,27 Euro (+10,6 Prozent) mehr. Im Jahr darauf mussten die Pendler um 5,02 Euro (7 Prozent) und im Jänner 2003 wiederum fast 7,40 Euro (10 Prozent) mehr zahlen. Das ist unfair - vier Verteuerungen innerhalb von drei Jahren sind zuviel.

Es gibt zwar mit dem neuen ÖBB Fahrplan bessere Verbindungen im Pendlerverkehr, aber die Pendler zahlen kräftig die Verbesserungen im Fernverkehr mit. Den Pendlern, die ihren täglichen Arbeitsweg mit der Bahn zurücklegen, hilft das wenig, kritisiert Tumpel. Die Verbesserungen im Fahrplan, die die AK auf wichtigen Pendlerbahnstrecken erreichen konnte, sind daher nur ein erster Schritt. Tumpel: Die Arbeitswege dürfen nicht weiter verteuert werden, sondern müssen kürzer und bequemer werden. Denn Ziel muss es sein, möglichst viele Autopendler zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen.

Der neue Fahrplan bringt vor allem neue EURegio Züge. Sie helfen eigentlich nur einigen wenigen Pendlern, die in den Grenzregionen zB zu Ungarn oder Tschechien wohnen, denn die meisten Zügen fahren nicht zu den typischen Pendlerzeiten. Der Großteil der Pendler hat in der Ostregion wenig davon, so Tumpel. Derzeit gibt es rund 220.000 Tagespendler aus Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark, die mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln nach Wien einpendeln. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Wien kommt, will kurze Fahrzeiten und Komfort, betont Tumpel. Das Angebot an Verkehrsmitteln muss mithalten. Daher haben wir im Frühjahr eine Aktion gestartet, damit Pendler schneller und bequemer in die Arbeit kommen. Die AK hat erreicht, dass die Bundesbahnen im neuen Dezemberfahrplan auf konkrete Wünsche der PendlerInnen eingehen:
- Auf der Nordwestbahn werden neue Eilzüge in der Früh (ab 7.45 und 8.50 Uhr) von Hollabrunn nach Wien eingesetzt. Am Nachmittag gibt es neue Eilzüge von Wien Nord nach Hollabrunn um 13.50 Uhr und um 17.00 Uhr. Von Wien Süd fahren die neuen Eilzüge um 15.50 und 19.50 Uhr ab. - Auf der Nordbahn gibt es neue Abfahrtszeiten am frühen Nachmittag von Gänserndorf (14.08 Uhr) nach Bernhardsthal.
- Die S7 von Wolfsthal nach Wien wird wieder ab bzw bis Wien Nord fahren. Neue Haltestellen in St Marx und Geiselbergstraße. Die AK wird sich hier weiter für einen 15-Minuten-Takt einsetzen
- Auf der Ostbahn (Wien - Neusiedl- Nickelsdorf) gibt es für Züge aus Petrzalka neue Halte in Parndorf-Ort und ab Mai 2003 auch neue Loks. - Auf der Südbahn gibt es im Morgenverkehr ein neues Taktsystem zwischen Neustadt und Wien.
- Auf der Westbahn wird ab St. Pölten eine zusätzliche S-Bahn im Morgenverkehr um 7.10 Uhr eingesetzt. E 1707 hält zusätzlich in Eichgraben um 7.30 Uhr. Im Rückreiseverkehr gibt es zwischen Wien West und Tullnerbach dichtere Intervalle - die S-Bahnen fahren im 30 Minutentakt.

Service: Im "Kleinen Pendlerfahrplan 2003 - Wien und Umgebung" der AK finden Pendler die wichtigsten Bahn- und Schnellbahnverbindungen von und nach Wien sowie die U Bahn Linien als AK plus Service für Ihren Arbeitsweg. Den Fahrplanauszug können Sie am AK Bestelltelefon unter 310 00 10 392 oder per E-Mail bestellservice@akwien.at anfordern.

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Doris Strecker
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