Kinderbetreuung in Wien weiter optimiert

Neues Kindertagesheimgesetz im Wiener Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt

Wien (OTS) - Das derzeit gültige Kindertagesheimgesetz stammt aus dem Jahr 1967 und entspricht weder den heutigen Kenntnissen und Methoden der Pädagogik noch den Erfordernissen der modernen multikulturellen Gesellschaft. Daher wird in der kommenden Sitzung des Wiener Landtages am Freitag ein neues Wiener Kindertagesheimgesetz zur Beschlussfassung vorgelegt. Im Vordergrund dabei steht das Wohl der betreuten Kinder. Das neue Gesetz wird am 1. März 2003 in Kraft treten.

Neue Aufgabendefinition fördert Berufstätigkeit der Eltern

Das neue Gesetz gilt als Grundlage für alle öffentlichen, gemeinnützigen und privaten Betreiber, die um die Bewilligung zur Führung eines Kindergartens ansuchen. Inhaltlich geht es um die räumliche Situation (bauliche Gegebenheiten, Nutzung bzw. Umwidmung der Räumlichkeiten), Veränderungen der Gruppen bzw. der Kinderanzahl sowie um Änderungen des pädagogischen Konzepts, das Aufschluss über die Wertvorstellungen und pädagogischen Ziele des Betreibers gibt.

Die Neufassung enthält pädagogische Zielsetzungen, die sich in Abstimmung mit gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre als unverzichtbar herausgestellt haben. Denn gerade die Kindertagesheime stellen durch ihre unterschiedlichen Gruppenmodelle für ein Leben in der Gemeinschaft ein besonders günstiges Lernfeld dar. So soll - nun auch gesetzlich festgeschrieben - künftig der individuellen Förderung der Kinder ebenso mehr Rechnung getragen werden, wie auch der Entwicklung von Sozialkompetenz - insbesondere ist geschlechtsabhängigen Rollenfixierungen entgegenzuwirken. Bei der Erreichung der Erziehungsziele wird dem Spiel als Motor der Entwicklung ausreichend Raum gegeben. Bildungsangebote sind so anzulegen, dass das Interesse der Kinder, ihre Neugierde und die Freude am Lernen erhalten bleiben. "Herausforderung" ist das Motto -nicht "Überforderung".

Die gesellschaftliche Bedeutung der Kindertagesheime liegt nicht nur in der Erziehung der Kinder, die ergänzend zur Familie stattfindet sondern auch darin, den Eltern eine entsprechende kontinuierliche berufliche Orientierung zu ermöglichen. Dies ist nur gegeben, wenn ausgebildete Fachkräfte die Kinderbetreuung übernehmen. Die Kindergarten- und HortpädagogInnen werden auch intensiver als bisher den Erziehungsberechtigten für Gespräche, das Kind betreffend, zur Verfügung stehen. Wünsche und Beschwerden der Eltern sollen umgehend behandelt werden und ein entsprechendes Feedback garantiert sein.

Integration erstmals gesetzlich Bestandteil der Kinderbetreuung

Ein spezielles Augenmerk legt das Gesetz auf die Beteiligung aller Kinder an der Gemeinschaftserziehung. Die Integration behinderter Kinder ebenso wie die gemeinsame Erziehung von Kindern unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft wird daher als eine der wesentlichen Aufgaben der Kindertagesheime angesehen. Das neue Gesetz schreibt für die Integrationsgruppen eine gewisse Mindestanzahl aber auch eine Obergrenze an behinderten Kindern fest, um deren optimale Betreuung zu gewährleisten.

Familiengruppen für Kinder zwischen 0 und 6 bzw. 3 und 10 Jahren sollen mehr Flexibilität in die Kinderbetreuung bringen.
Ganz in Vordergrund steht auch der Schutz der Kinder. Die neue Anzeigepflicht soll gewährleisten, dass der Verdacht, dass Kinder misshandelt, gequält, vernachlässigt oder sexuell missbraucht worden sind, unverzüglich zu melden ist. Hiermit kommt dem Betreuungspersonal eine gewisse Schutzfunktion zu.

Derzeit wird an den Verordnungsbestimmungen zum Gesetz gearbeitet. Die Aufsicht liegt bei der MAG ELF (Amt für Jugend und Familie) und ist eine zweigeteilte: Sie umfasst einerseits die Einrichtung selbst mit allen dazugehörigen Räumlichkeiten und sonstigen Erfordernissen und andererseits auch die Tätigkeit, die in diesen Einrichtungen ausgeübt wird, also die pädagogische Aufsicht. Mit dem Gesetz, das im März 2003 in Kraft tritt, wird die Kinderbetreuung in Wien weiter optimiert. Somit bildet es - neben der Einführung des Teilzeit-Modells, der neuen sozialen Staffelung der Kosten, die Eltern mit geringem Einkommen bevorzugt, neben Pilotprojekten mit Öffnungszeiten bis 20.00 Uhr und der Einführung von Bioessen in den städtischen Kindergärten - einen weiteren Baustein, der den Wiener Kindern und ihren Eltern zugute kommt.

Allgemeine Informationen:
o Wiener Kindertagesheime: http://www.wien.gv.at/kindertag/ (Schluß) eg

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