"Kleine Zeitung" Kommentar: "Mogeleien" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 12.12.2002

Graz (OTS) - Landläufig gelten halbe Wahrheiten als ganze Lügen. Das Verschweigen wichtiger Umstände führt in die Irre.

Alle Parteien haben sich vor dem 24. November schönfärberisch um die Probleme des Pensionssystems herumgedrückt. Aber ein Wahllügen-Ausschuss nach deutschem Muster müsste zum Freispruch im Zweifel führen.

Bemogelt wurden die Bürger schon. Der Bericht der Pensionskommission war im Oktober fertig. Auf den Tisch kommt der Offenbarungseid erst jetzt.

Dass auf die zahlreichen Pensionsreformen eine weitere darauf
gelegt wird, überrascht wenig. Experten mit radikalen Vorschlägen vorzuschicken, läuft aber auf eine weitere Mogelei hinaus. Sozialpolitiker schaffen sich die Chance zur Imagepflege, das "Schlimmste verhindert" zu haben.

Als Zuckerl empfiehlt die Kommission eine saubere Pensionsvalorisierung nach der Inflationsrate. Dass das nicht
weiter verfolgt wird, scheint klar.

Die jetzige komplizierte Nettoanpassung bringt eine schleichende Entwertung der Pensionen, auch wenn man dies immer wieder durch einen Wertausgleich für die "Kleinen" kaschiert. Alte Mogelpackungen sind gut. Man wird sie nicht zerreißen. ****

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