Petritsch in NEWS: "SPÖ nicht in nächster Regierung"

Spitzendiplomat begründet Mandatsverzicht: "Befürchtete Frühpensionierung"

Wien (OTS) - Der österreichische UN-Botschafter in Genf, Wolfgang Petritsch, der als Wiener Spitzenkandidat der SPÖ für die Nationalratswahl kandidierte und sein Mandat nun nicht annimmt, musste fürchten, andernfalls seinen Diplomatenjob zu verlieren. Im Interview in der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS sagte Petritsch: "Ich bin in einem Alter, in dem man sich relativ rasch als Frühpensionist wiederfindet, und die Vorstellung, als Frühpensionist im Parlament zu sitzen, war für mich nicht gerade angenehm. Das ist in den vergangenen Monaten einigen meiner Kollegen, auch in anderen Ministerien, passiert, ist also eine durchaus reale Möglichkeit." Petritsch ist 55 Jahre alt und liegt damit über der Altersgrenze, ab der Beamte in den sogenannten Vorruhestand geschickt werden können. Davon machte die amtierende Regierung bereits ausgiebig Gebrauch.

Der Vorwurf, dass sich Petritsch "zu gut" für die Arbeit als einfacher Abgeordneter sein könnte, habe ihn "am meisten getroffen. Als überzeugter Demokrat sehe ich das Parlament als wichtigste Institution. Aber die Entscheidung in einer so komplexen Situation hat mehrere Facetten."

Die Chance, doch noch als Außenminister in eine schwarz-rote Regierung zu kommen, schätzt Petritsch als gering ein: "Ich bin Realist. Nach allem machtpolitischen Kalkül ist die SPÖ nicht in der nächsten Regierung. Soviel Macht wird die ÖVP nicht hergeben."
Auf die Frage, ob er mit einer Kandidatur für die Bundesprädientschaftswahl für 2004 liebäugle, antwortet Petritsch:
"Nein, ich liebäugle nicht."

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