Mäßige Struktur, gutes Ergebnis

Einnahmen und demografische Faktoren sprechen gegen die OÖGKK

Linz (OTS) - Die OÖ Gebietskrankenkasse rechnet für das laufende Jahr mit einem Abgang in Höhe von 27,9 Millionen Euro. Die Ursachen für das Abrutschen in die roten Zahlen nach sechs wirtschaftlich sehr erfolgreichen Jahren liegen jedenfalls nicht an einem schlechten Management der OÖGKK. Das zeigt eine genaue Analyse aller relevanten Kennzahlen. Die OÖ Gebietskrankenkasse haushaltet mit dem Geld sehr gut und liegt bei Risikofaktoren schlechter als immer wieder behauptet.

Ein recht realistisches Bild über den finanziellen Background der Krankenkassen zeigen die Leistungsaufwendungen pro betreuter Person und Jahr sowie die Beitragseinnahmen pro Kopf. Die OÖGKK betreut heuer im Jahresdurchschnitt 1,100.138 Personen. Für jede von ihnen werden heuer im statistischen Durchschnitt für Leistungen 1.130,85 Euro aufgewendet. Damit bietet die OÖGKK die Leistungen so effizient an wie keine andere Krankenkasse. Denn die OÖGKK hat gleichzeitig das beste Leistungsspektrum aller Kassen. Die "teuerste" Krankenkasse gibt heuer pro betreuter Person durchschnittlich 1.456,84 Euro aus.

Relativ schlecht ist die OÖ Gebietskrankenkasse im Vergleich der Gesamterträge pro Kopf dran: Mit 1.174,83 Euro kommt sie nur auf den fünften Rang und bleibt deutlich unter dem Durchschnitt aller Gebietskrankenkassen, der bei 1.227,08 Euro liegt. Würden alle Gebietskrankenkassen bei der Ertragslage auf diesen Durchschnittswert gestellt, so käme die OÖ Gebietskrankenkasse auf ein solides positives Ergebnis von 20,90 Euro pro Kopf und würde damit als eine von zwei Gebietskrankenkassen ein positives Ergebnis aufweisen. Die Kasse mit dem schlechtesten Ergebnis käme bei diesem Vergleich auf ein Minus von 324,82 Euro pro Kopf.

Wie es zu diesen Ergebnissen kommt, zeigt ein genauerer Blick auf Details: Bei Medikamenten liegen die OÖGKK-Ausgaben pro Kopf heuer bei 217,33 Euro, der Spitzenreiter unter den Kassen liegt immerhin bei 307,56 Euro. Auch bei den Verwaltungsausgaben pro betreuter Person kann sich die OÖGKK im Vergleich sehen lassen. Sie wendet heuer pro von ihr betreuter Person 36 Euro auf und liegt damit an guter vierter Stelle. Die Werte streuen bei den verschiedenen Gebietskrankenkassen zwischen 33 und 46 Euro. Im Vergleich der Leistungen bei Heilbehelfen und Hilfsmitteln gibt die OÖGKK pro betreuter Person mit 31,22 Euro am meisten von allen Gebietskrankenkassen aus. Der geringste Vergleichswert liegt bei 16,96 Euro. Die Heilbehelfe und Hilfsmittel ist jener Bereich, in dem viele der satzungsmäßigen Mehrleistungen der OÖGKK liegen. Davon profitieren direkt die Patientinnen und Patienten.

Nicht glücklich zeigt sich die OÖ Gebietskrankenkasse über die Kopfquote bei der Spitalsfinanzierung: Im heurigen Jahr werden zur Dotierung des Spitalsfonds pro betreuter Person 346,89 Euro aufgewendet. Damit liegt die OÖGKK an zweiter Stelle und sehr deutlich vor anderen Gebietskrankenkassen, die teilweise sogar weniger als 300 Euro pro betreuter Person aufzuwenden haben. In diesem Zusammenhang fordert die OÖGKK mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten zur Krankenhausfinanzierung. Dazu könnte auch die oberösterreichische Landesregierung bei den nächsten Verhandlungen über die Krankenhausfinanzierung einen entscheidenden Beitrag leisten.

Interessant ist auch ein Blick auf die so genannten demografischen Belastungsquoten. Die Kinderquote besagt, wie hoch der Anteil der unter 15-jährigen im Vergleich zur Anzahl der Personen im üblichen Erwerbsalter zwischen 15 und 60 Jahren ist. Die Altersquote wiederum stellte die über 60-jährigen den Personen im theoretischen Erwerbsalter gegenüber. Oberösterreich liegt bei der Kinderquote mit 31,91 Prozent an siebenter Stelle. Mehr Kinder gibt es nur noch in Niederösterreich (32,36 %) und in Vorarlberg (33,64 %). Am geringsten ist die Kinderquote in Wien mit lediglich 26,92 Prozent. Bei der Altersquote liegt Oberösterreich mit 29,77 Prozent an fünfter Stelle. Prozentuell am meisten Senioren gibt es im Burgenland mit einer Altersquote von 43,68 Prozent, während Tirol am anderen Ende der Skala bei 26,09 Prozent liegt. Kinder- und Altersquote gemeinsam ergeben für Oberösterreich eine demografische Belastungsquote von 61,68 Prozent und den fünften Rang. Am günstigsten liegt Wien mit 57,29 Prozent, die größte demografische Belastung hat das Burgenland mit 72,09 Prozent zu tragen.

Dass die Ärztedichte kein geeigneter Erfolgsparameter für das Gesundheitssystem ist, zeigt die Statistik über die Lebenserwartung der Österreicher. Im Jahr 2001 betrug in Oberösterreich die Lebenserwartung der Frauen durchschnittlich 82,1 Jahre, die der Männer 76,1 Jahre. Bei beiden Werten liegt Oberösterreich damit knapp über dem österreichischen Durchschnitt. Zum Vergleich: Die Lebenserwartung der Wiener liegt mit 75,0 bei den Männern und 80,7 bei den Frauen mit deutlichem Abstand an letzter Stelle.

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