Springer warnt vor drohendem Budget-Kollaps der Bundestheater

Wien (OTS) - Die Spielpläne der österreichischen Bundestheater sind bei der derzeitigen Budgetierung auf ihrem gewohnten Niveau nicht haltbar, es drohen gravierende Einschnitte. Das sagt Georg Springer, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, in einem Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe.

Konkret haben die Direktoren von Burgtheater, Staats- und Volksoper bereits vor einigen Wochen ihre finanzielle Mehrjahresplanung vorgelegt. Alle drei wiesen ein klares Minus aus. Die Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat legten daraufhin gegen die Budgets ein Veto ein.

Konkret fehlen ab 2003 100 Millionen Schilling im Jahr, die zu den seit 1995 unveränderten 1.839 Millionen Schilling Gesamtsubvention nötig geworden sind.

Springer: "Wir brauchen zusätzlich 100 Millionen Schilling pro Jahr und müssen in ein begleitendes Bezugserhöhungssystem wie beim Bund einbezogen werden. Da es zum Zeitpunkt der nächsten Aufsichtsratssitzungen im Jänner noch keine Regierung und damit auch kein Budget geben dürfte, werden wir weiter im budgetfreien Raum produzieren."

Sollte das Geld nicht zur Verfügung stehen, wären die folgen laut Springer drastisch: "Wir sind ein Dienstleistungsbetrieb, und unser Auftraggbeber, der Bund, ordert bei uns ein Produkt. Wenn man daran interessiert ist, das Produkt weiter in der gewohnten Qualität zu bekommen, muss man uns das Nötige geben. Sonst bekommt man ein anderes Produkt."

- Erstens, so Springer, "müssen wir uns dann fragen, ob sich die Mehrspartentheater Staats- und Volksoper mit Oper und Ballett noch alle Sparten leisten können."

- Auch das Burgtheater wäre bis zur möglichen Neudisposition des Akademietheaters betroffen. "Die derzeitige Anzahl an Produktionen und Spielstätten wäre nicht mehr leistbar." So müsste das Akademietheater "auf kleinere Produktionen und Gastspiele zu einer Art intellektuellem Ronacher" reduziert werden. Und das Kasino, eine angemietete Nobelimmobilie, stünde überhaupt zur Disposition. "Beides wäre für jeden Direktor, insbesondere aber für Bachler, inakzeptabel."

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