Wohnbau: mäßiger Optimismus

Bauproduktion steigt langsam, aber auch die Preise

Wien (PWK898) - Die jüngst vorgestellte Bauvorschau 2003 der FGW (Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen) zeigt für den Wohnbau ein leicht optimistisches Bild, das von den Bauträgern mit vorsichtiger Skepsis betrachtet wird. Nach einem Einbruch von 10 % der Wohnbauproduktion im Jahr 2001 weist die Studie der FGW für 2002 eine leichte Steigerung von 4,2 % im Wohnungsneubau, für 2003 aber wieder ein Sinken der Produktion um 2,1 % aus.

Die Prognose der FGW deckt sich mit den Beobachtungen des Fachverbandes der Immobilientreuhänder. Winfried Kallinger, Sprecher der gewerblichen Bauträger: "Obwohl sich die Marktlage am Ende des heurigen Jahres spürbar verbessert hat, ist ein Aufholen, der in den letzten Jahren verloren gegangenen Bauproduktion nur zögernd zu erwarten. Der Grund dafür liegt einerseits darin, dass sich zurückgestellte Bauprojekte und zurückgestaute Akquisitionen nicht von einem Tag auf den anderen Tag wieder flott machen lassen und zum anderen Teil darin, dass die Banken offenbar im Vorgriff auf Basel II ihre restriktive Kreditpolitik für Bauprojekte nach wie vor aufrecht erhalten oder sogar weiter verschärfen".

Die Immobilientreuhänder rechnen für 2003 nicht mit einem ausreichenden Nachschub an qualitativ hochwertigen Neubauprojekten. Trotz stagnierender Einkaufspreise für Wohnbauimmobilien - allerdings auf relativ hohem Niveau - ist daher nicht mit einem Sinken der Preise für neue Wohnungen, sondern eher mit einem weiteren leichten Preisanstieg zu rechnen.

Bei wohnbaugeförderten Neubauten, die ja eigentlich kostengünstig den Wohnbedarf für die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen decken sollten, wird Basel II und die restriktive Kreditpolitik zum Bumerang: Da die meisten Bundesländer ihre bisherigen Direktzuschüsse durch niedrigverzinsliche Darlehen ersetzt haben, die jetzt die vorderen Grundbuchsränge besetzen, können sich wohnbaugeförderte Projekte nach den neuen Risikorichtlinien der Banken paradoxerweise als höher Risiken darstellen als frei finanzierte Bauten! Ein zusätzlicher Preisauftrieb ist dadurch gerade im wohnbaugeförderten Bereich zu befürchten. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Dr. Winfried Kallinger
Tel.: (++43-1) 54625
projekt@kallco.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0002