Wr. Jugendanwälte: Endlich wählen mit 16

Wahlaltersenkung bringt mehr Mitsprache für Wiener Jugendliche

Wien (OTS) - Als Mitte der 90er-Jahre die Kinder- und JugendanwältInnen eine Wahlaltersenkung auf 16 Jahre forderten, wurden sie von (fast) allen Seiten belächelt.****

Am kommenden Freitag wird voraussichtlich die Wahlaltersenkung im Rahmen des Wiener Demokratiepaketes für die Wiener Bezirks- und Landtagswahlen beschlossen.

Das heißt im Klartext: Bei der nächsten Wahl in Wien werden die Wiener Jugendlichen erstmals in Österreich ein gesetzgebendes Gremium (Wiener Landtag) mitwählen können. In der Steiermark und im Burgenland haben ja bereits 16jährige bei Kommunalwahlen mitentscheiden können.

Die beiden Wiener JugendanwältInnen Pinterits und Schmid sprechen in diesem Zusammenhang von einer historischen Entscheidung für mehr Partizipation in Wien und hoffen, dass andere Bundesländer diesem Beispiel folgen werden.

Folgende Gründe sprechen für die Einführung des Wahlrechtes ab 16 Jahren:

- Reife der Jugendlichen:
Die Jugendlichen sind heute schon wesentlich früher reifer, als sie es noch in den 70er Jahren waren. Geschichtlich gesehen ist dieser Prozess der Akzeleration (früheres Reifen) auch immer wieder mit der Senkung der Wahlmündigkeit geschehen.
Es gibt derzeit schon 18-jährige und ältere junge Menschen, die kein Interesse an Wahlbeteiligung zeigen, aber auch unter 18-jährige, die bereits mündige Wahlentscheidungen treffen können.

- Informationsstand der Jugendlichen ist besser:
Im Vergleich zu früher ist durch die elektronischen Medien der Wissenstand der Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen ähnlich und daher ausreichend für Wahlentscheidungen.

- Politikverdrossenheit bei Jugendlichen reduziert sich:
Durch die frühere Beteiligung der Jugendlichen an Wahlen ist die Materie Politik auch wieder interessanter für die Jugendlichen. Sie setzen sich schon früher mit Politik auseinander.

- Politik interessiert sich mehr für Jugendbelange:
Da die Jugendlichen Wählerpotential darstellen wird auch seitens der Politik mehr auf ihre Interessen eingegangen.

- Demokratiebewusstsein der Jugendlichen steigt:
Da Jugendliche schon früher wählen können, lernen sie auch früher demokratiebewusstes Handeln.

- Generationenausgleich:
Die Gesellschaft wird immer älter, daher verschieben sich die Wahlbeteiligungsmöglichkeiten immer mehr zugunsten der älteren Generationen. Wahlaltersenkung schafft hier einen halbwegs gerechten Ausgleich.

Jenen die behaupten, dass es Jugendliche gäbe, die kein Interesse an einer Wahlbeteiligung haben, sei entgegenzuhalten,
dass "es leider viele Erwachsene gibt, die nie wählen gehen, aber deswegen auch nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen werden", so die Jugendanwälte Pinterits und Schmid.

Rückfragen & Kontakt:

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (++43-1) 1708

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